Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Baukunst (Geschichte der)

Einfassungen versehe» lvaren. Diese Einfassungen waren Das, was wir Grotes-ken nennen. AugustuS'S Nachfolger verschönerten fast alle mehr oder weniger dieStadt, errichteten die prächtigsten Paläste und Tempel und schmückten (wie Ha-drian) auch die eroberten Länder damit; bis endlich Konstantin der Große die Resi-denz von Rom nach Konstantinopel verlegte, wo denn für Roms Verschönerungnichts weiter geschah. — Als aber die Römer die Baukunst von den Griechen em-pfingen, war sie bei diesen schon von ihrer Vollkommenheit und Reinheit herabge-sunken. Zwar erhob sie sich kurze Zeit in Rom zu ihrer frühern Höhe, artete aber,bei der immer steigenden Prachtliebe der Kaiser, durch Überladung und Spielereibald wieder aus. Um diese Zeit entstand die römische oder zusammengesetzte Säule,der nian sich bei Tempeln und Prachtgebäuden zu bedienen pflegte. Schon von Neroan, dessen goldener Palast berühmt ist, nahm der Lupus überhand; das Äußere undInnere der Gebäude ward überflüssig verziert. Hadrian , der die Künstler mög-lichst aufmunterte, konnte den edeln Geschmack in der Baukunst nicht zurückführen.Statt das Vorhandene nachzuahmen, wollte nian Neues erfinden und das Schönenoch schöner machen. Dadurch aber entfernte man sich immer mehr von dem Gro-ßen. Jetzt entstanden die Verschröpfungen, die Fußgestelle unter den Säulen, dievielenBaSreliefS an den Außenseiten der Gebäude, die Cannelirungen der Säulen,die Verjüngung derselben nach einer krummen Linie, die gekuppelten Säulen, dieverjüngten Pilaster hinter den Säule», kleine »Läuten zwischen großen, runde unddurchschnittene Giebel, die ausgebauchten Friese. So wm'd die Kunst von den Zei-ten Despasian's bis zur Regierung der Antonine ausgeübt. Sie lieferte Werke, diezwar immer noch als Meisterstücke angesehen werde» können, denen aber doch dergroße, edle Styl der Griechen fehlte. In den Provinzen war der Geschmack nochtiefer gesunken. Nach den Antoninen verfiel die Kunst immer mehr; man bemühtesich, noch häufigere Verzierungen anzubringen als bisher, welches besonders dersogen. Bogen der Goldschmiede bezeugt. Alex. Sevcrus half ihr als Kenner zwareinigermaßen auf; allein sie versank unter seinen Nachfolgern nur desto schnellerund nahte sich allmälig ihrem gänzlichen Verfalle. Die Gebäude aus dieser Zeitsind entweder mit tändelnden und kleinlichen Verzierungen überladen, wie die zuPalmvra um 260 nach Chr. erbaut, oder grenzen an das Rohe, wie die unter Kon-stantin zu Rom erbauten. Unter den folgenden Kaisern geschah, wegen der stetenUnruhen der Völker, wenig für die Verschönerung der Städte. (Dgl. Bvzanti-nische Kunst.) Iustinian baute wieder viel. Sein vorzüglichstes Gebäude wardie Sophienkirche (s. d.) in Konsiantinopel. Die alten schönen Werke der Bau-kunst sanken durch die Einfälle der Gorhen, Vandalen u. a. Barbaren in Italien ,Spanien, Griechenland, Asien und Afrika größtenrheils in Trümmer, und was derZerstörung entgangen war, blieb unbeachtet. Theodorich, König der Ostgochen,ein Freund der Künste, zeigte sich sorgsam für die Ei Haltung und Herstellung deralten Gebäude und ließ selbst viele neue aufführen, wovon noch Überreste in Ra-venna und Verona sind. Wie wir überhaupt diesen Zeitraum als den Scheidepunktzwischen alter und neuer Kunst betrachten können, so sehen wir auch jetzt an dieStelle der alten classischen Baukunst mehr und mehr eine neue treten, die sich so weiterstreckt, als die Eroberungen der Gothen durch Italien, Frankreich, L panien, Por-tugal, einen Theil von Deutschland , aber auch nach Britannien, wohin doch keineGoihen kamen. Ob diese neue Baukunst von dem germanischen Ltamme, welcherden Namen Gothen führte, herkam, ist nickt ausgemacht. Wir finden an den un-ter Theodorich aufgeführten Gebäuden das Bestreben, bloß Einfaches, LtarkeS undNationales in deni Äußern der Gebäude (das Innere kennen wir nicht, hervorzu-bringen. Alle Bauart aber aus der longobardischen Her, schaff in Italien (von 568an) und die ganze Mönchsbauart jener Zeit hat man fälschlich gothisch genannt undsie nachher, als man das Unrecht einsah, durch den Namen der altgorhsschcn Bauart