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Baukunst (Geschichte der)
von der eigentlich gothischen, die man nur des Gegensatzes wegen die neuzothischenannte, unterschieden. Die Longobarden hegten keineAchtung für die Alterthümerund mochten sie weder schonen noch erhalten. Was sie bauten, war geschmacklosund fehlerhaft. Ihre Kirchen erhielten im Austern halbrunde Säulchen und küm-merlich in einer Reihe längs demKranz derGiebel hinaufsteigende Pfeiler, im Jn-»ern aber plumpe Pfeiler, durch gewölbte Halbkreise verbunden; die kleinen Fen-ster und Pforten waren mit Halbkreisen geschloffen; die Säulen, Capitäler undBogen wurden nicht selten mit ungereimten Steinhauerarbeiten belegt, öfters dieDecken derKirchenschiffe mirDalken und Brekern bedeckt, die erst späterhin in Ge-wölbe verwandelt wurden und daher zuweilen von Außen aufgeführte Strebe- oderStükbogen nothwendig machten. Dieser lombardifche Baustyl bezeichnetden Verfall der Wissenschaften und Künste; er ward im 7. Jahrh. zu Pavia , demHaupisilze des lombardischen Reichs, bei dem Bau der Kirchen St.- Johann undSt.-Michael, dann in Parma bei der Johanniskirche und zu Bergamo bei derKirche St. - Julia, bei der Gruftkirche zu Freising , bei den Capellen zu Alken-ötting in Baiern, Zu Eger und der Burg zu Nürnberg , bei der Schottenkirche inRegensburg und a. m. angewandt. Dann vermischten die aus Konstantmopel(Bvzanz) verschriebenen Baumeister zuerst mit demselben auch den Gebrauch dermit ionischen Fustgestellen und mit den nach ihrer Zusammensetzung gebildeten Ca-pitalen! versehenen Säulen, worunter auch gewundene waren. In diesem lombar-difch-neugriechischen Styl sind die Dome zuKamberg, zu Worms und zu Mainz ,sowie die Kirche Miniako al Monte bei Florenz und der ältere Theil des strasburgerMünsters erbaut. Dann fügte man die im Orient gebräuchlichen Kuppeln hinzu;i» ihrer Anwendung, sowie im Gebrauche der geschmacklosen Capitäler und der vie-len dünnen Säulen und Säulchen, deren man öfters 2 Reihen aufeinander-stellte, findet man den eigentlichen byzantinischen oder morgenländischen Baustyl.Nach ihm ist außer der Sophienkirche zu Konstantinopel u. a. dieMarcuSkircbe zuVenedig, das Baptisterium und der Dom zu Pisa , sowie die Kirche St.-Viral zuRavenna erbaut. Die Normannen, die sich üiSicilien festgesetzt hatten, bautenden Dom von Messina auf den Grund eines alten Tempels, ein großes, aber ge-schmackloses Gebäude, an welchem man, nach den damit in verschiedenen Jahrh,vorgenommenen Veränderungen, das Sinken und Steigen der Kunst neben einan-der sieht. Die Vandalen, Alanen, Sueven und Westgothen waren in Spanien und Portugal eingedrungen, die Araber und Mauren vertrieben sie im 8. Jahrh,und zerstörten das gothische Reich. Diese waren jetzt fast allein im Besitze der Künsteund Wissenschaften. Saracenische Baumeister traten in Griechenland, Italien ,Sicilien u. a. Ländern auf; mit ihnen verbanden sich nach einiger Zeit viele christ-liche, besonders griechische Meister, und sie stiftete» unter einander eine Zunft, dieihre Kunst und Regel» geheimhielt, und deren Mitglieder sich an gewissen Zeichenerkannten, (S. Freimaurer.) In diesem Zeitraume sind 3 verschiedene Bauartenherrschend: die arabische, eine eigne, nach griechischen Mustern gebildete Bauart;die maurische, in Spanien aus den Überresten römischer Gebäude entstanden, unddie neugothische, welche in dem westgotbilchen Reiche in Spanien durch Dazwi-fchen'unft der arabischen und maurischen Baukunst entstand und ihre Periode vom11. bis ms 15. Jahrh, harte. Die beiden ersten Bauarren weichen nur wenig voneinander ab, vorzüglich zeichnet sich die maurische durch ihre Bogen in Hufeisen-form vor der arabischen aus. Sehr verschieden aber ist die gothische oder altdeut-sche. Swinburne gibt folgende Unterscheidungszeichen an: die gothischen Bogensind 'pitzig, die arabischen nach einem Cirkelbogen gebildet; die gothischen Kirchenhaben spitzige und gerade Thürme; die Moscheen endigen sich in Kugeln, haben hinund wieder schlanke Minarete, die mir einem Balle oder mit einem Tannzapfen be-deckt sind; die arabischen Mauern sind mir Mosaik und Sruck verziert, welchen