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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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so Laß der Sonnenstrahl bei L aufgefangenwird und auf der andern Seile bei b wiederaus dem Prisma herausgehet, so wird der Strahlbei seinem Durchgänge durch das Prisma gc»brechen, und er giebt nach seinem Durchgängeauf der gegenüberstehenden Wand kein rundesund weißes Bild der Sonne, wie im §. ly.,sondern man siehet auf der Wand ein länglichesFarbenbild 614. welches man das Lpsorumnennt. Dieses ist an beiden Seiten durch geradeparallele Linien, oben und unten aber durchKreisbogen begrenzt und bestehet aus folgendenübereinander liegenden, ineinander fließenden,verschieden gefärbten Streifen, weiche von untennach oben in dieser Ordnung aufeinander folgen:roth, orange, hellgelb, grün, hellblau, indigoblau,violett. Man nennt daher diese Farben auchdie prismatischen Farben, und weil siesich in derselben Ordnung bei dem Regenbogenzeigen, Regenbogen färben.

§- 45-

Die Breite des auf der Wand gebildetenlind im vorigen §. beschriebenen Farbenbildes istso groß als der Durchmesser des weißen Kreises,der nach §. iy. ohiie das Prisma von demStrahle würde seyn gebildet worden; aberdie Länge des Farbenbildes ist etwa Z mal sogroß als die Breite. Diese Länge ist unter dieverschiedenen Farben so vertheilt, daß der rotheStreif A, der orangefarbene A, der hellgelbeder grüne der hellblaue Z, der Indigo,blaue der violette Z davon betragt.