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§. 6o.
Das Prisma zeigr seine Wirkung, die bar,auf fallenöeii Lichtstrahlen verschiedentlich zu bre-chen und zugleich zu färben, nicht blos bei demira.ürlichcn Sonnenlichte, sondern auch an andernKörpern, wenn sie durch dasselbe betrachtet wer»den. Ein Heller Körper auf einem dunkelnGrunde oder ein dunkler Körper auf einem helllcn Grunde, durch ein Prisma betrachtet, er»scheint mit einem farbigen Rande umgeben.Z. D. tin weißer Streif auf einem schwarzenGrunde erscheint, wenn der brechende Winkeldes Prisma nach unten zu gekehrt ist. oben miteinem rothen und gelben, unken mit einem hell-blauen und violetten Saume. Zst der brechendeWinkel nach oben zu gekeimt, so ist es umge-kehrt. Denn au derjenigen Seite, die nach deinbrechenden Winkel zu liegt, können, wegen derverschiedenen Brechbackeit. von den lehren Strah«len deü Hellen nur die brechbarsten d. i. dievioletten und einige hellblaue das Auge noch er-reichen; die übrigen gehen bei dem Auge vorbei.Auf der andern Seite hingegen erreichen von denStrahlen des hellen Randes nur die am wenig-sten brechbaren d. i. die rothen und einige gelbeStrahlen das Auge; die übrige« treffen dasselbeauch nicht mehr. — Wenn aber ein schwarzerStreif auf weißem Grunde durch das Prismabetrachtet wird, so erscheint er, wenn der bre-chende Winkel nach unten zu gekehrt ist, obenmit einem hellblauen und violetten, unten miteinem gelben und rochen Saume; wenn der bre-chende Winkel nach oben gekehrt ist, umgekehrt.Eigentlich gehört dieser farbige Rand allemaldem hellen Körper zu, wird aber oft durch eine