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in einem krankhaften Zustande des Auges z. B.in der Gelbsucht, bei ausgetretenem Blute, nachheftigem Reiben des Auges. Man hat auchBeispiele, daß nach einem heftigen Schrecken dieDinge grün oder blau erscheinen.
tz. 62.
Die bisher vorgetragene Theorie der Far-ben, welche sich auf die verschiedene Brechbarkeitder Strahlen gründet, ist von dem berühmtenEngländer Jsaak Neulon im Jahr 1666 er»funden worden, und sie hat sich als die vvllkom-mcnste bewährt, indem sich alle bei den Farbenvorkommende Erscheinungen aus ihr befriedigenderklären lassen. Verschieden hiervon ist EulecsTheorie. Euler hält überhaupt einen Lichtstrahlfür nichts anders als für eine Reihe von Schlä-gen auf den Aether (§. i,g.) und die Farben derruhen nach seiner Meinung auf der Geschwinddiqkeit, mit welcher diese Schläge auf einanderfolgen. Diejenigen Strahlen, in welchen dieseSchläge schneller auf einander folgen, sind »achihm weniger brechbar, als die. worin die Schlägelangsamer folgen. Daher schreibt er dem. rochenLichte die grüß e, dem violetten die geringsteGeschwindigkeit der Schlage zu. Doch hat eran einem andern Orte bemerkt, daß man dieSache auch umgekehrt erklären könne, und daßdie rothen Strahlen wahrscheinlich durch einekleinere Anzahl von Schwingungen hervorgebrachtwürden als die violetten. Schon dieses, daßman nach Euler einerlei Erscheinung auf zweier-lei ganz entgegengesetzte Arten erklären kann,zeigt, daß sein ganzes System auf bloßen will-kührlichcn Annahmen beruhet. Uebrigens hat er