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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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worinne jetzt Tapeten gewirkt «erden seinenNamen führt.

§. 90.

Wie unwissend man in jenen Zeiten war,erhellet daraus, daß man glaubte Gobelinhabe ein Packt mit dem Teufel gemacht, daß erihm diese Farbe lehren solle. Die Sage erzähltdarüber folgendes abentheuerliches Anekdölchen:als Gobelin vorn Satanas in der Scharlachfäreberei unterrichtet worden, hatte er mit ihm einenPackt auf mehrere Jahre gemacht, und wie bergreiflich, feine Seele zum Preis gesetzt. Erverdiente unterdessen mit dieser Farbe vielesGeld. Als aber der arme Gobelin einstens mitdem Licht über den Hof gieng, kam der Teufelzu ihm um ihn abzuholen, weil der Termin verrstrichen war. Gobelin bath noch UM Frist, bathdie höllische Majestät nur so lange noch zu war»tcn, bis das Stümpfchen Licht in seiner Handabgebrannt sey, und der Teufel in einer Artvon großmüthiger Laune gestand ihm dieses betseinem höllischen Ehrenwort zu. Aber der listigeGobelin warf schnell den Leuchter mit sammtden Stümpfchen Licht in einen Brunnen, undließ ihn sogleich zuwerfen, worauf der betrogeneTeufel voller Zorn sich mit einem höllischen Gerstank auf den Weg machte, und Herr GobelinZeit gewann sich durch Zulegung einer geistlichenWache gegen künftige Ansprüche auf seine armeSeele zu schützen.

§. 9r.

Indessen blieb im Ganzen genommen dieFärberei doch noch immer in sehr elenden Um-