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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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und Aufseher bestellt, die von Zeit zu Zeit dieWerkstätten der Färber und die Gewölbe derKaufleute besichtigen mußten, und man gab inder Folge stets einem Mttgliede der Academieder Wissenschaften den Auftrag, Versuche zurVerbesserung und zur Verschönerung der Farbenanzustellen, und die gemachten Entdeckungen derAcademie mitzutheilen, welche sie nachher denFärbern zur Ausübung bekannt machte. DieseEinrichtung bewirkte bald die Vorzüglichkeit derfranzösischen Farben, und mehrere Entdeckungeneines du Fay, Hellot u. a. m. wurden da,durch veranlaßt.

§- 93 -

Man hatte jetzt auch angefangen die ausden neu entdeckten Ländern nach Europa gebrach«tcn Farbewaaren, vorzüglich aber den Indigound die Kocheuille mir Nutzen anzuwenden. Vor«züglich bemühten sich die Niederländer ver-mittelst dieser neu entdeckte» Waaren dauerhaf-tere und lebhaftere Farben zu erfinden, und siebrachten es so weit, daß sie nicht nur Frank­ reich , sondern auch England und Deutschland inder Folge mit den geschicktesten Färbern versahen'

§. 94 -

In England war zwar ebenfalls die Fär-berei schon sehr frühe in Uebung gewesen, dennschon im r4tcn Jahrhundert ließ Eduard derDritte viel Färber aus Flandern »ach Englandkommen. Unter Eduard dem Vierten wa-ren die Färber schon so zahlreich in London , daßdieser im Jahr 1472 von ihnen eine besondereKompagnie errichten konnte, welche noch jetzt unr