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Gewerbe vor den Eingriffen der Fremde» zusichern, und das war der Ursprung der heutigenSchwarzfärber. Ob aber diese Vereinigungschon unter Heinrich dem Ersten im Jahre925 geschehen sey, wie ein älterer Schriftstellerbehauptet, läßt sich nicht mit Gewißheit be-stimmen.
§. loo.
Als im zwölften Jahrhundert aus dem durchKaiser Friedrich dem Ersten zerstörtenMailand viel Künstler und Handwerker »achDeutschland flohen, und bei Gelegenheit derKreutzzügc die Deutschen im Orient auch mehrmit den Wollenmanufakiuren bekannt wurden,sieng man auch in Deutschland an sich nicht mehrwie zcilhcr blos mit schwarzen und braunen Far-ben zu begnügen. Vorzüglich trug die du ch denRheinschen und Hanseatischen Bund imizren Jahrhundert so sehr in Aufnahme gebrachteSchifffahrt und Handlung der Deutschen mitausländischen Nationen viel dazu bei, denn siemunterte zur stärkcrn Betreibung innländischerManufakturen auf, und man mußte diesen besäeFarben geben, wenn sie auswärts einen gutenAbsatz finden sollten. Man suchte basier ausItalien und den Niederlanden Färber komm nzu lassen, welche von dem Waide, den sie haupt-sächlich zur Verfertigung der dauerhaften blauenund grünen Farben gebrauchten Waid färb er,und da sie sich blos mit dem Färben giuer Tü-cher beschäftigten Tuch färb er genannt wurden.Auch hiesien sie wohl Rheinisch Färber,vermuthlich weil die rheinschen Bundesstadre sichvorzüglich auf gute Farben legren.