Buch 
1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
Entstehung
Seite
385
JPEG-Download
 

385

Eiwei'ßstoff.

§ 7-l-

Mehrere Pflanzn enthalten einen eigen»thümlichen Bestandtheil, der ini abgesonderrenZustande viel Ähnlichkeit mit dem Weißen desE>cs hat, und daher Eiweißstoff oder Pflau«zeneiweiß genannt wird. Man presse z. D.aus dem frischen Löffelkraut« den Saft aus, undfiltrire ihn durch Löschpaprer, damrc das grüneSatzmehl zurückbleibe, und der Saft ganz was»serhell und kla> durchgehe, und erhitze ihn dannam Feu-r, so wird sich der E weißstoff als eineWeiße flockigle Substanz abscheiden.

§- 722.

Der Eiweißstoff besitzt folgende Eigenschaften:l) Im frische» Zustande ist er auflösltch, denner ist in den Pflanzensäften aufgelöst enthalten-r) In der Warme gerinnt er zu einer flockiglenSubstanz, die nun weder im kalten noch im hei»ßen Wasser, noch im Alkohol auflöslich ist.3) I» den atzenden alkalischen Laugen löset ersich auf. 4) Die Saure » lösen ihn nicht auf,sondern schlagen ihn vielmehr aus feiner Auflö-sung zu Boden nieder- 5) Dur» Galläpfeltink»tur wird er zu einem unauflöslichen Magmagefällt. 6) Er trocknet in der Warme zu einerhornartigcn Su!-stanz aus. 7) Bei der trocknenDest'llation gibt er die Erscheinungen wie derKlcber, mir dem er auch oft verw-chselt wordenist. Er scheint aus denselben Muchuugeldeilenzu bestehen, wie der Kleber, jedoch in einemern Verhältniß. Der Eiweißstoff ist im Pflan«zenreiche sehr häustg verbreitet, und bildet beiB b