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2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
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zwiſchen reichblaͤttrigen Obſtbaͤumen und LaubhölzernGerade gegenuͤber faͤllt der Blick in das Glarner Thal vonfuͤrchterlich grauſenden Felſen ummauert, deſſen Schnee-ſcheitel aus blauſchwarzer Nacht, die zu ihren Fuͤßenſchwebt, empor ſtarren; hohe gruͤne Vorberge umſchließenſie und ſtufen immer ſanfter herab, und bilden eine weiteſchoͤne Ferne, in welcher der obere Zuͤrichſee ſich glaͤnzendverliert. Wie waͤre es moͤglich, ein anſchauendes Ge-maͤlde von dieſen Abſtichen, die hier Hand in Hand verſchlungen ſind, zeichnen und die Wirkungen der Schattenund Lichter auf dieſe Landſchaft einziger Art ſchildern zukoͤnnen? Dieſe Zeichnung hier iſt freilich nur ein Linien-aufriß, indeß kann ſie doch beſſer wie meine Worte derEinbildungskraft ein ſchwaches Bild von der Anſicht dieſerNatur geben, wenn der Odem des Lebens ſie beſeelt.

Von Bildhaus fuͤhren vortreffliche Landſtraßen bergablinks nach Kaltbrun, Schaͤnnis, dem Wallenſtadterſee undnach Glaris, rechts nach Uzuach, Schmerikon und in denKanton Zuͤrich . Ich folgte dem letztern Weg, und in we-nig Minuten betrat ich das Land der Uznacher. Dieſerbreite und tiefe Bergabhang reich, und ſchoͤn durch dasmannigfaltige Gruͤn der fetten Wieſen, der lebendigenZaͤune, der Obſtbaͤume, und der Buchenwaͤlder iſt einerder reizenſten Spaziergaͤnge in der deutſchen Schweiz .Die ganze weite Natur im glaͤnzenden Maikleide hauchtegluͤckliche Ruhe, Heiterkeit und Freude. Auf einem derguͤnſtigſten Punkte rechter Hand ſteht das WeiberkloſterSion ne, welches zwar arm an Guͤtern, aber doppeltreich am Genuß der herrlichſten Ausſichten iſt. DieStraße gemach abſteigend zieht ſich durch die anmuthiggelegenen huͤbſchen Doͤrfer G auen und Ermenſchweil,und dann immer weiter laͤngſt dem bewaldeten Abganghin.

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