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Johann Jacob Breitingers critische Dichtkunst : worinnen die poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung im Grunde untersuchet und mit Beyspielen aus den berühmtesten Alten und Neuern erläutert wird / Johann Jacob Breitinger ; mit einer Vorrede eingeführet von Johann Jacob Bodemer
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Der dritte Abschnitt.

Von der Nachahmung der Natur.

(?^Jc Poesie kan alles nachahmen, was der Ver-stand von den Würckungen und den Kräften derNatur erkennet, wenig abgezogene Wahrheiten ausge-nommen. Solches theilet sich in die gegenwärtige.würckliche Welt / die sichtbare und die unsichtbare,und in die möglichen Welten. Der Poet nimmt dieOriginale seiner Nachahmung lieber aus der Welt dermöglichen Dinge. Zwo Gattungen des Wahren, dasWürckliche und das Mögliche, oder das historischeund das poetische Wahre. Kraft des poetischen Wah-ren zu ergehen, wenn es auf das historische Wahregegründet ist. Die Uebereinstimmung zwischen demUrbild und der Schildere») ist das Haupt-Wesen derNachahmung. Sie wird aus der Gleichheit der Wür-kungcn erkennt. Die Eindrücke der Poesie sind nur in ider Art nicht in der Kraft den Eindrücken der Natur -gleich. Worinncn die lebhafte Deutlichkeit der poeti-schen Schildereyen beruhe. Worinncn die Wahrheitderselben bestehe. Das poetische Wahre ist eine Ueber-einstimmung des Gemähldes mit möglichen Urbildern.Kraft der nachahmenden Kunst vor sich selbst zu erge-bn , ohne Absicht auf die Materie. Annehmlichkeitder Beschäftigung des Gemüthes, da es eine Eopiemit dem Originale vergleichet. Verwunderung, wel-che die Nachahmungs - Kunst bey uns gebiehrt.Warum die erschrecklichen Dinge uns in der Nachah-mung ergehen.

Die