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Johann Jacob Breitingers critische Dichtkunst : worinnen die poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung im Grunde untersuchet und mit Beyspielen aus den berühmtesten Alten und Neuern erläutert wird / Johann Jacob Breitinger ; mit einer Vorrede eingeführet von Johann Jacob Bodemer
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466 Bonden Charactem,

Der dreyzehnte Abschn-tt.

Von den Charactern, Reden und Gemüthes-Gedancken, oder Sprüchen.

(^Er Mensch ist der vornehmste Gegenstand derPoe-sie, auf welchen sich alle andern beziehen. DerGrund seiner mcrckwürdigsten Handlungen findet sichin der Vermischung seiner Gemüthes - Neigungen. Diepoetische Kunst erzehlt den Gcmüthesstand ihrer Per-souen nicht bloß auf eine historische Weise, sondernwie er sich nach ihrem Character in ihren Reden undHandlungen offenbaret. Wie nothwendig es seydaß der Poet die Gemüthes - Character der Men-schen kenne. Erklärung . was die Sitten und Ge-müthes-Character seyn. Üngemeine Verschiedenheit,welche man in den Charactem Homers wahrnimmt.Virgils Mangel in diesem Stücke. Merckmcchl einesgeschickt-ausgedrückten Characcers. Die Reden undHandlungen müssen ihren Grund in demselben ha-ben. Ein Characrer muß siandcsmäffig seyn. Wieder Stand eines Menschen seinen Character auf ver-schiedene Weise aus einander leget. Er muß ähn-lich seyn. Vorzug derer Character, die nicht allzuaußerordentlich sind. Nachtheil der allzu gemeinen.Ein Character muß sich selber gleich seyn. An-merckung daß alle Handlungen einer Person mit derHaupt-Summe des Characters, und nicht bloß ei-ner Eigenschaft desselben zutreffen müssen. Kunst-griff wie die poetischen Character über die gewöhnli-chen erhoben werden können. Aristoteles Regel da-rüber , mit Datiert Anmerckung. Die Reden fin-det