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Johann Jacob Breitingers critische Dichtkunst : worinnen die poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung im Grunde untersuchet und mit Beyspielen aus den berühmtesten Alten und Neuern erläutert wird / Johann Jacob Breitinger ; mit einer Vorrede eingeführet von Johann Jacob Bodemer
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Von dem Neuen.

des menschlichen Lebens einig hangt, undohne welche kein wahi'hafres und eigentli-ches , vernünftigen Geschöpfen anständigesErgetzen statt haben kan.

Der fünfte Abschnitt.

Von dem Neuen.

vd^Acht der Gewohnheit über die Eindrücke der Na--tur. Kraft des Neuen und Ungewohnte», daSGemüthe zu rühren. Das Neue eine Mutter desVerwundersamen. Verknüpfung des Neuen mit demWahren. tzierinncn bestehet das poetische Schöne.Das Wunderbare ist der höchste Grad des Neuen.Die Natur ist ein unerschöpflicher Brunnen des Neuen,worinnen man beständig zu schöpfen findet. DasKleine ist so verwundernswürdig als das Grosse, wennes ungewohnt ist. Longinus wird hierüber erkläret.Nothwendigkeit und Gebrauch des kleinen in der Na-tur. Wie das poetische Auge in etwas kleinem solcheSchönheit sehen kan, die dem körperlichen Gesichtverschlossen ist. Die Neuheit lieget nicht in den Sa-chen , sondern in den Begriffen. Die Dichtung istdie reichste Quelle des Neuen , und mittheilet sich denmeisten. Das poetische Schöne ist an keine Zeit undan keinen Ort angebunden. Der Poet muß sich nachden Landes - Gewohnheiten richten. Lob der Wahlder Materie von dem verlohrnen Paradiese in Ab-sicht auf die unveränderlichen Gebräuche der Personen,5> darinnen vorkommen.

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