Von der Esopischen Fabel. 22-
Schlüsse wohl zufrieden, daß wir mit euchauf einerley Gedancken gefallen sind, oderwir sind euch verbunden, daß ihr uns etwasbesseres als wir gedachten, gelehret habet.,.Und etwas weiterhin setzet dieser Kunstleh-rer hinzu : „ Der Verstand sieht es mit Ei-„ fersuchtan,wenn man ihm eineProbe weg-„ nimmt, so er gegen sich selbst von seiner„ eigenen Scharfsinnigkeit ablegen kan; und,, er kan ohne Verdruß nicht wahrnehmen,„ daß man ihn eines Anlasses beraubet, wo„ er sich hätte groß machen können. Die„ vornehmste Kunst ist, daß man ihm so viel-,, mahl, als möglich ist, Anlaß dazu ver-schaffe; alsdann können wir versichert seyn,daß er uns deßwegen Danck wissen wird.,, Er wird uns um so viel lieber vor scharffsin-„ nig und geistreich erkennen, als wir ihm„ Anlaß geben werden, sich selbst diese Ei-„ genschaften zuzuschreiben. „ Und diese Ur-sache, die sich aus die Natur der Menschengründet, ist auch viel gültiger, als wennHr. Triller eben dieselbe Regel aus der unge-schickten Vergleichung mit einem Epigramm«oder Sinngedichte herleiten will. Wie nundieses in Absicht aus eine jegliche Fabel ins-besondere seinen guten Grund hat ; so kanman hingegen einem Schreiber, der ein gan-zes Buch voll Fabeln auf einmahl liefert,dießfalls eine mehrere Freyheit verstatten,weil eine andere Regel, die ebenfalls in derP z menssb-