2Z4 Von der Esoptschen Fabel.
den Lehrsätze betrachte, so bin ich fast beredt,daß dieselben durch eine Handlung der Thie-re oder leblosen Dinge unmöglich eben soglücklich könnten ausgebildet werden. Die-femnach wird man keine Fabel mit HermTrillern nur darum als mangelhaft verwerf-fen, weil die Personen in derselben lauterordentliche Menschen sind ; und ich behaupteso gar, daß die Fabeln der Thiere und leblo-sen Geschöpfe niemahls waren erfunden wor-den , wenn es nickt aus Mangel des NeuenundWunderbaren in denen täglichen mensch-lichen Geschäften geschehen wäre; so daßächhiemil den menschlichen Fabeln, wenn sie wiedie obigen wohl gerathen sind, noch allzeiteinen Vorzug über die andern einräume.
Von den wunderbaren Fabeln.
Iese sind von zweyerley Gattung, nach
den Graden , nach welchen sie sich vondem Wahrscheinlichen entfernen. Die ersteGattung begreift diejenigen Fabeln, in wel-chen denThieren ohne Unterschied menschlicheVernunft und Handlungen , und darumauch die Rede mitgetheilet wird. Lasset unsnun einige Exempel von dieser Art auf dieProbe nehmen. Der berühmte Herr Doc-tor Haller hat die bekannte Esopische Fabelvon dem Fuchsen im Weinberge also gegeben:
Ein