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Johann Jacob Breitingers critische Dichtkunst : worinnen die poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung im Grunde untersuchet und mit Beyspielen aus den berühmtesten Alten und Neuern erläutert wird / Johann Jacob Breitinger ; mit einer Vorrede eingeführet von Johann Jacob Bodemer
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270 Von der Verwandlung

Lob man auch den Wercken des Verstan-des beylegen kan , ist doch wenigstens ge-wiß , daß sie keine einzige Schönheit anihnen haben , welcher erste Erfindung sienicht der Natur schuldig seyn; also habendie künstlichst-angelegten Garten/ welchendie Kunst die vollkommenste und zierlichsteOrdnung mitgetheilet hat/ nicht einen ein-zigen Baum / nicht eine einzige Blume ,die nicht ein Geschencke der Natur sey. Al-les was die Kunst thun kan / bestehet darin-nen / daß sie uns die Schönheiten der Na-tur in einer Ordnung vor Augen leget/ dieuns einnimmt / die Augen auf sich zieht,und das Gesiebt beschäftigt, ohne dasselbezu ermüden. Aber dadurch machen wir kei-ne neuen Urwercke, sondern ahmen die Na-tur alleine in demjenigen nach / was sie beyandern Absichten hatte thun können, unddiese von uns verfertigte, dem L (Heine nachvollkommenere Bilder, werden allemahl ihreUrbilder in einer andern möglichen Weltfinden,.so lange sie wahrscheinlich sind; jadiese neue Verbindung vieler Schönheitenin einem Bilde wird weder schön noch wahr-scheinlich herauskommen , wenn wir dieNatur nicht in der Art ihrer Verbindungnachahmen, und ihren Gesetzen des Eben-masses und der Symmetrie folgen. „Wiewohl ich nun gegen diese Geheimniß-leere Prahlerey behaupte, daß die Natur