28r Von der Verwandlung
,, und Gebräuchen derer Lander berichten,
„ wo sie ihre Personen aufführen.,. Undebendaher zeiget sich, warum dieComödie,wo die Personen und die gantze Handlungdie meisten mahl nur erdichtet sind , dock da-bey selten Mangel an Wahrscheinlichkeit lei- 'det; nemlich weil in derselben lauter schlechte,geringe Privat. Personen aufgeführet wer-den , derer Nahmen und Gedächtniß wederdurch die Historie noch durch das Gerückteausgebreitet worden , kan die Geschichte derWahrscheinlichkeit einer solchen wohlerdich-kewn Fabel unmöglich im Wege stehen.
Was endlich die moralische Welt der mög-lichen Dinge angehet, so muß ick anmercken,daß der mit Verstand und Weißheit begabteMensch, gleichwie er das edelste Geschöpfedieser sichtbaren Welt ist, dem zum Vor-theile und Ergehen die Natur sich in der Er-schaffung der materialiscken Welt so verwun-dersam erwiesen hat, also auch die vornehm-ste und wichtigste Materie vor die Poesie ab-giebt; wie denn der Mensch in allen Gat-tungen Gedicbte, in der Epopee, der Tra-gödie , der Comödie, der Satyre, demEchäfer-Gedichte, u. s. f. die Haupt-Per-son ist, welche darinnen aufgeführet wird,dessen Handlungen, Thun, Sitten, Gewohn-heiten , Meinungen und Gemüthsbewegun-gen allda in verschiedenem Licht vorgestelletwerden. Da nun der Mensch in Ansehung