zs2 Von KönigS Gedichte
so weit abgehen, daß sie in der That vielwunderbarer und reizender ist, als eine bloßmögliche und erdichtete Begebenheit. Esscheinet auch aus dem Vorbericht unsers«Verfassers, daß er keine schlechtere Mei-nung von der Würdigkeit seiner Materiegefasser hatte, indem er sich vernehmenlaßt : .. Es gehe ihm dabey nichts ab,„ daß er eine, und zwar neue, Geschichte„ aufführe, weil zu besorgen sey, es wer-„ de die Beschreibung, welche er mitthei-„ let, weil sie so viel unerhörte Seltsam-„ ketten m sich beschlicsse, dereinst unsern„ Nachkommen, so wahrhaft a's sie auch„ ist, gleichwohl fabelhaft genug scheinen.,.Womit er deutlich genug zu verstehen giebt,daß diese Materie bey ihrer Neuigkeit undWahrheit so viel wunderbares in sich be-greiffe, daß sie wenigst mit dem Laufe derZeit das Ansehen der Wahrheit verliehren,und vor eine blosse poetische Erdichtung ge-halten werden dörfte. Meine es fragetsich jezo nicht , was diese Lust-Geschichtein spätern Zeiten' vor Glauben finden wer-de ; sondern ob eine bloß historische Erzeh-lung und Beschreibung derselbigen die Be-nennung eines Gedicktes verdiene; welchesja damit noch nicht bewiesen ist, wenn icheinräume, daß sie viel unerhörte vLeltsam-keiten in sich beschließe ; denn auf diesenGrund müßte man alle historischen Tage-
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