474 Von den Charactern,
„ hat etwas an sich, das ihm so eigenthüm,„ lich ist/ daß kein Mahler sie in ihren Linea-„ menten auf verschiedenere Weise hätte vor-„ stellen können, als Homerus sie in Anse-„ hung ihrer Sitten vorzustellen gewußt hat.„ Man kan nichts genaueres sehen, als die„ Art, wie er die verschiedenen Grade zwi-„ schen der Tugend und dem Laster aus ein-„ ander setzet. Die einzige Eigenschaft der„ Dapferkeit ändert in den Charactern der„ Alias, die doch so zahlreich sind, auf er-„ staunlich verfchiedeneWeise. DesAchilles» Hertzhaftigkeit macht ihn wild und unbän-„ dig, des Diomedes ist ungestüm, und hin-dert ihn doch nicht, guten Rath anzuhö-ren und dem Befehl seiner Obern nachzu-„ gehen. Des Ajax Dapferkeit hat etwas„ plumpes und hochmütiges in sich, Hectors„ ist geschäftig und wachtbar. Die Liebe„ zum Befehlen und die Ehrsuchr sind die„ Grundquellen derHertzhaftigkcitAgamem-» nons; des Menelaus ist mit Gütigkejt,, und zärtlicher Liebe für seine Untergebenen,, vermischet. An Jdomeneus haben wir ei-nen natürlichen Helden ohne Verstellung;„ und bey Sarpedon finden wir einen Muth,,, den dieHvfiichkeitangenehm machet. Die--- se verwunderfame und verständige Ver-„ schiedenheit erzeiget sich nicht alleine in der„ Haupt - Eigenschaft, welche das Wesen„ in einem Charakter ausmachet, sondern
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