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geier (Gvpaetos barbatus) bewohnt nur die einsamsten Hochgebirge; näheran den Wohnungen der Menschen horstet als fast eben so gefährlicher Nachbarder Steinadler Aquila fulva, auf den Absätzen senkrechter, besonders über-hängender Felsen. Eben da trifft inan nicht selten den niedlichen Zwerg-falken Falco Aesalon, dessen Muth und Raubsucht im komischen Gegensatzzu seiner kleinen Person stehen; ausserdem fast alle europäischen Falkenarten,theils einheimische, theils auf der Wanderung. Von den Eulen nennen wirnur den Uhu, den kleinen Zwergkauz (Strix pygmaea oder passerina) underlauben uns, für diese etwa mit Ausnahme des Uhu sehr nützliche Vogelfamilie,die unzählige Mäuse und Käfer vertilgt, ein gutes Wort cinzulegen; ihreVerfolgung rührt hauptsächlich von abergläubischem Blödsinn her. Unter denKlettervögeln fällt Jedem bald der grosse Schwarzspecht auf, so wie derdreizehige Buntspecht, Picus tridactylus. Um die Felsenköpfe und Wändedes Gebirgs wiegen sich leichten Fluges gesellig die Alpendohlen, Corvuspyrrhocorax und die seltnere C. graculus, erstere mit gelbem, letztere mitblutrothem Schnabel. Verlassen sie ihre luftige Ileimath, so bedeutet diesSturm und Schnee. Von den Drosseln nistet hier Turdus torqnatus, vielleichtauch zuweilen pilaris; einzeln an den warmen Wänden des Calanda, FlimserSteins u. s. w singt zuweilen ihr melodisches Lied die Steindrossel, auch dieBlaudrossel hat man sehen bemerkt. Auf den höchsten Alpenweiden nochbegegnen wir einigen lieblichen Sängern, dem Alpenflühvogel Acccntor al-pinus, dem Alpenpieper Anthus aqnaticus, Schneefink Fringilla nivalis undCilronenfink Fringilla citrinella. Plectrophanes nivalis, der Schneesporner,kommt häufig vor und brütet auch an den Grenzen der Schneeregion. Merk-würdiger Weise treibt sich hier auch der iin Tiefland eben so häufige Stein-schmätzer Saxicola Oenanthe herum, und auch die Rothschwänzchen gehenbis zu den höchsten Alpbütten. Eine Zierde sonniger Kalkfelsen ist der schöneMauerläufer Tichodroma phoenicoptera, mit der schönen flötenden Stimme, diesich aber nicht zum Gesang echebt, mit ihm gewöhnlich in Gesellschaft um-flattert die Alpen die Felsenschwalbe und seltner der Alpensegler (Cypselusalpinus).
Aber verborgen in der Waldrcgion, vom Jäger eifrig gesucht und seltenerlegt nisten die scheuen Waldhühner, der Auerhahn, der Birkhahn , vonwelchen auch die seltne Mittelform Tetrao medius bisweilen vorkommt, dasHaselhuhn und auf den Alpenweiden das Schnee- oder Weisshuhn Tetraolagopus und die flüchtige Pernise Perdix saxatilis. Sumpf- und Wasservögelhaben wenig charakteristische Arten aufzuweisen, weil eben ihr Element fehlt,aber auf dem Zug sind die zahlreichen, fremden Arten eine willkommene Beutedes Jägers an den Ufern des Rheins und seiner Nebenflüsse.
Die Amphibien sind, wie überall in den Alpen, sehr wenig zahlreich, und