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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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da allerlei Vorurtheile gegen sie herrschen, auch sehr wenig beobachtet. VonEidechsen kommen vor: Lacerta agilis im Thalgrund, montana und pyrrhogastraauch in der subalpinen und alpinen Region, nigra bis zur nivalen, wo sichübrigens die beiden letzteren finden. Schlangen im Thalgrund Coluber natrix,selten, häufiger Coluber laevis, die bis auf höhere Alpen hinauf geht, beideunschädlich, wie auch die im Thalgrund sehr häufige Blindschleiche. Vipernchersea = berus ist wie es scheint nicht häufig, ich habe sie auch nie selbst dortgesehen, und ein Biss an Menschen ist mir nicht bekannt, während ich imEngadin u. s. w. diese gefährliche Giftschlange oft sah und mehrmals fing,so wie man dort auch oft von Unglücksfällen hört, welche durch ihre Bisseveranlasst sind. Frösche kommen bis in die Gletscherbäche höherer Alpenvor und man findet ihre Larven da im Juli und August. Sie sollen sogarohne Schaden in das Eis einfrieren können, und mehrere Jahre zu ihrer Ent-wicklung brauchen. Man findet rana esculenta. die nicht in die nivale Regiongehört, und temporaria, letztere auch in einer eigenen etwas dunkel gefärbtenAbänderung mit gelbem Bauch, die man Rana alpina genannt hat. So hatman auch von der gewöhnlichen Kröte eine kleine auf den Alpen lebendeForm als ßufo alpinus geschieden. Diese Thiere verdienen noch genauereBeobachtung der vorkommenden Arten. Der gefleckte Salamander fehlt,dagegen ist in der Waldregion und auf den Alpen sehr häufig der schwarze,Salamandra atra; ich habe ihn bis zu 2000 M. gefunden. Wenn diese holdenWesen am Morgen in Menge auf dem Boden herumkriechen, thut man wohl,sich auf Regen vorzusehen. In Bergquellen und Gräben lebt bis an dieGletscher der kleine Wassersalamander Triton alpestris oder Wurffbeinii.

Die vorkommenden Fische beschränken sich auf wenige Arten. Fastüberall ist die gewöhnliche Forelle anzutreffen, (Salmo fario) in verschiedenenAbänderungen, die noch nähere Untersuchung verdienen. Dass sie in einigenSeen, z. B. im Tomasee und Maigelsee nicht vorkommt, ist sonderbar, daman sie anderwärts eben so hoch findet. Ich glaube, es kommt daher, dassdiese Seen vollständig zufrieren und keinen Luftzutritt gestalten; denn wokeine Luft an offnen Stellen oder an den Seiten zukann, oder kein Bach mitfrischem Quellwasser immer neue Luft unter die Eisdecke schafft, könnenFische nicht unter derselben leben; diese Andeutungen wären vielleichtpraktisch zu benutzen; blosse Gletscher- und Schneebäche genügen begreif-licherweise nicht; denn ihr Wasser sagt den Fischen an und für sich wenigzu, und im Winter versiegen sie. Mit der Forelle in Gesellschaft findet sichgewöhnlich die dickköpfige Groppe Cottus gobio ; sie bleibt klein und unan-sehnlich, wird aber doch nicht ungern gegessen, wenig geachtet ist dagegender an eben den Orten vorkommende Cyprinus phoxinus vulgo Bnmmeli, diekleinen Grundeln Cobitis barbatus und taenia scheinen auch vorzukommen.