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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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Hechte finden sich im Trinser- und Laaxer-See; verschiedene andere Fische,welche als im Rhein vorkommend angeführt worden als Cyprinus carpio, nasus,barbus, leuciscus, alburnus, gehen für gewöhnlich wohl schwerlich überReichenau . Dagegen frommt der ausgezeichnetste Fisch des oberen Rheins,die Rheinlanke oder Ilanke, Salmo lacustris, aus dem Bodensee herauf bis Ilanz und Trons, um in den Waldwassern und im Rhein selbst zu laichen. Wieihm dies Geschäft verleidet, und seine Zahl vermindert wird, ist mit andernBemerkungen über den Fischfang oben Cap. 3. auseinandergesetzt. DieFischerei könnte in Bünden und namentlich auch im Oberland, ein einträg-licher Artikel werden, während sich jetzt von Denen, die sie treiben, fastsagen lässt: per pisces et aves mulli periere scholares; und daran ist derMangel an Schonung, die Fischerei zur Unzeit und das Holzflössen zur Laich-zeit hauptsächlich Schuld. Wir machen hier noch ganz in der Kürze auf diein Frankreich jetzt allgemein übliche, auch im Engadin mit Glück versuchte,künstliche Fischzucht, und auf die Anlage von Teichen auf schlechtenWiesen aufmerksam; denn wenn die Eisenbahnverbindung erst allgemeinhergestellt ist, können die Oberländer Forellen eine gesuchte Waare werden.

Die Insekten würden Stolf zu einer sehr ausgedehnten Behandlung geben.Das Vorkommen der Mehrzahl hängt mit der Flora zusammen, das heisst, diepflanzenfressenden Insekten bilden die Mehrzahl und Basis der ganzen Insecten-lämilie. Da nun diese an bestimmte Pflanzen gebunden sind, so werden siemit solchen Vorkommen müssen, und daraus folgt: wo vielerlei Pflanzen, dasind vielerlei Insekten. Und da nun das Vorkommen vieler Pflanzenartenvielfach an die Mannigfaltigkeit der Bodenarten gebunden ist, so folgtwieder daraus, dass Boden und Bodengestalt auch auf die Menge der Insektenu. s. w. Einfluss hat. Insekten, welche von andern todten und lebendenThieren oder von Mist leben, scheinen zwar hiervon eine Ausnahme zubilden, bedenkt man aber, dass sie zum Theil auf bestimmte Arten der Pflan-zenfresser angewiesen sind, so kommt man so ziemlich auf das vorige Ver-hältniss zurück. Man kann daher die Insekten, wie die Pflanzen nach Re-gionen eintheilen, während es auch solche gibt, die sich in allen Regionenfinden. Wir haben auch hier, wie anderwärts in den Alpen, verschiedeneArten, die man sonst in den Polargegenden findet.

Die Käfer sind wie überall die zahlreichste Ordnung und bleiben solchebis da, wo überhaupt das Thierleben aufhört, obgleich sie selbst mit derHöhe rasch an Zahl abnehmen. Heer führt über 220 Käfer aus der alpinenRegion Bündens an. Die meisten gehören den pflanzenfressenden Familiender Rüsselkäfer, Holzkäfer und Blattkäfer an und darunter kommen zumTheil sehr schädliche Insekten vor, sowohl für die Waldungen als für dieOekonomie, welche der Raum nicht gestattet, alle aufzuführen. Es genüge,

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