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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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auf die Borkenkäfer, den Erbsenkäfer, Kornrüsselkäfer und Apfelrüsselkäferaufmerksam zu machen. Auch die Maikäfer gehen ziemlich hoch hinauf undes ist zu bemerken, dass verschiedene Oberländer (legenden, wo sie sehrliäuiig sind, z. B. Elims, mit Chur nicht einerlei Käferjahr haben. Diesengegenüber als Rauhinsekten sind die Laufkäfer und Kurzflügler ziemlichzahlreich, erstere weisen zum Theil schöne und seltene Arten auf. DieElateriden sind in den Wäldern und auf den Alpen noch ziemlich zahlreich,am schwächsten vertreten sind die Melasomen und Schwimmer.

Die llymenopteren warten auf Jemanden, der sich mit ihnen speziellbeschäftigen wird. Sie sind im Thailand häufig genug, und stimmen hiermit denen so ziemlich überein, welche die Bergregion des mittleren Europa überhaupt aufweist, nach oben nehmen sie schnell ab, doch trifft man ein-zelne Arten noch sehr hoch, selbst bis auf uie höchsten Spitzen. An Zahlüberwiegend sind unstreitig die Ameisen, in vielen Arten zum Theil lästig undschädlich; sie gehen sehr hoch. Die Honigbiene wird in einigen Gegendensorgsam gepflegt z. B. in Tavetsch und liefert hier einen ausgezeichnetenHonig; es könnte aber die Bienenzucht noch einträglicher gemacht werden,wenn man die Forschungen und Erfahrungen der neuesten Zeit besser be-nutzte und sich überhaupt mehr Mühe damit gäbe.

Die Schmetterlinge der Wald- und Alpenregion zählen schöne und selteneArten. Es bedarf eines schönen, sonnigen Tages, um dieseflatternden Blumenin ihrer ganzen Schönheit lind regen Lebendigkeit zu beobachten. Auch hiersind noch Entdeckungen zu machen, besonders unter den ganz kleinen Arten,um die sich hier noch Niemand recht bekümmert hat. Man trifft Schmetter-linge zuweilen um die höchsten Gipfel flatternd, welche aber nicht immerdort einheimisch sind. Zu diesen Vorwitzigen gehören namentlich Vanessapolychlorus und urticae, die ich mehrmals bis 3000 M. antraf. Es sind solcheunstreitig freiwillig hinaufgeflogene oder einheimische Individuen, nicht mitsolchen zu verwechseln, welche vom Sturm gehoben, bis auf die höchstenSchncefelder gelangen, dort liegen bleiben und umkommen. In diesem Zu-stand habe ich Insekten aller Ordnungen angetroffen, besonders da, wo derFöhn an südliche Abhänge stüsst und an diesen aufsteigt. Es unterscheidensich solche von den auf den Höhen stets oder zeitweilig einheimischen durchihren hiilflosen Zustand, während letztere munter umherschwärmen.

Fliegen habe ich auch gefunden, so weit die Vegetation reicht, dochfindet sich die grössere Menge in der Thalfläche. Auf den Alpenweidensind bis zu oberst die verschiedenen Arten Oestrus, Tabanus und Haema-topota eine Plage des Viehs, letztere auch der Menschen. Die Stubenfliegegeht auch bis in die Alphütten. Es hat diese Ordnung an Bremi und AmStein Bearbeiler gefunden, welche auch theilweise das Oberland berücksichtigthaben.