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Die Neuropteren sind nicht besonders zahlreich, doch kommen Phryganeennoch an Alpenseen vor; auf niederen Bergwiesen trifft man den schönen As-calaphus iongicornis (Italicus), der an Farbenpracht mit den Schmetterlingenwetteifert.
Von Geradflüglern trifft man hier wie in ganz Bünden bis auf die Alpen eine Menge Heuschrecken , welche schädlicher sind, als man insgemein glaubt,besonders da ihre Hauptfeinde, die Staare, fehlen. Die Sterndolden verzehrenihrer indcss auch sehr viel. Gryllus sibiricus und Morio steigen bis auf diehöchsten Alpen; eben da findet sich unter Steinen eine seltsame Art von Ohr-wurm, Forficala bigettata. In der Thalsohle leben die gewöhnlichen Formen,auch Gryllus domesticus und Blatta orientalis fehlen nicht. Auf Gletschernund Schneefeldern findet sich wie sonst in den Alpen Desoria glacialis u. a.
Die fihyncboten linden sich mehr im Thal als auf den Alpen,und zwar meist die gewöhnlichen Arten. Die Cieaden gehen höher als dieWanzen. Wie weit die Bettwanze geht, habe ich bis jetzt nicht ermittelnkönnen, sie scheint aber in den höheren Alpenthälern zu leiden.
Ueber die Arachnidcn fehlen bis jetzt fast alle Vorarbeiten. Von ge-wöhnlichen Spinnen kommen sehr viele vor und gehen bis in die Maiensässcund Alpen . Bemerkenswerth ist eine graue, langbeinige Spinne, Opilio gla-cialis, welche auf den Gletschern herumkriecht, und sich dort von Desorienu. dgl. nährt.
Die Crustacaen und Tausendfüssler sind auf den Alpen häufiger, als manglauben sollte. Es findet sich eine Abhandlung über dieselben von Dr. AmStein in den Jahresberichten der B. Naturf. Gesellschaft, worauf wir ver-weisen; denn im Oberland kommen ungefähr dieselben Arten vor. Krebsefinden sich im Rhein und wie man sagt auch im Glenner, es ist aber diekleinere Art, Astacus saxatilis, und sie werden wenig benutzt. Die ziemlichzahlreichen Schnecken sind nur wenig beobachtet. So weit ich sie kenne,sind es {die gewöhnlichen alpinen Formen. Es wäre ihnen ein fleissigcrSammler und Beobachter zu wünschen. Die Weinbergsschnecke wird ge-gessen und sind besonders die Flimser Schnecken als sehr wohlschmeckendgesucht.
Die Romanische Sprache.
Es ist in diesem Werkchen schon viel von der Sprache des Oberlandesdie Rede gewesen. Es ist diese ein Zweig des grossen Romanischen Sprach-stammes und ein Dialekt der Graubünden eigentümlichen Rhäto-RomanischcnSprache. Ueber diese ist schon viel geforscht und geschrieben worden; da