58 Brief des Philosophen Jesse
Da suchten sie nun zuerst beysammen alle diedurch das Testament voraus vermachte Instru-menten und Kunst-Bücher. Diese aber habeick vorhin schon benennt, und gesagt, daß sieohngefahr auf unb bey der Taft! waren in derGebet-Kammer.
Ich sahe an der rechten Seiten dieser Ge-bet-Kammer ein klein Kistgen stehen, aus Eben-holz gemacht, innwendigaber mit lautermGoldbekleidet und überzogen; darinnen waren \%Instrumenten von lauterm Gold, wunderbar-lrch gedrehet und gemacht, rings um mit Fi,gur-Buchstaben eingegraben und geschnitten.
Wir giengen weiter zu der folgenden Kisten,welche grösser war: darin» waren 12 Spiegel,nicht von Glas, sondern aus einer unbekanntenMaterie, sehr nett und schön; das Mittelpunctvon diesen Spiegeln hatte wunderliche Figur-Buchstaben : An dem Rand waren sie mitläutern güldenen Leisten eingefaßt. Sie glänz-ten als Spiegel eines Pallasts, von den Endenbiß zur Mitten zu, um bequem zu seyn zu em-pfangen die davor kommende Gestalten.
Von dar seynd wir gegangen in eine grössereKammer; in welcher stund ein sehr grosserSpiegel, welchen der Herr Jesse den SpiegelSalomonis nannte, und das Wunder derWelt, in welchem Spiegel er konnte machenzusammen kommen alle Bilder, ein jedes vonder ganzen Welt. Zulezt sahe ich einen wohl-gemachten Schranck aus Ebenholz gearbeitet,worinnen eine Kugel war, von oder aus einer
ganz