6o Brief des Phrlsfsphen Jesse
wieder nieder. Bey der Gebet-Kammer war«in Cabinet gemacht, in welches wir giengen,und funden darinnen 4. mittelmäßige Kisten,in welchen lauter saubere oder reine Goldstabegeschlossen warm, und aus welchen sie mir meinLegat gaben, nach dem Gewichte 12 güldenervucaroos. Der Herr Jesse aber wollte vondem übrigen nichts haben und annehmen, sa-gend : dasjenige, was mir voraus vermacht,übertrifft dieses alles: und er wußte eben dieKunst meines seligen Herrn. Darum befahler seinen Antheil an etliche armeMadgensauszutheilen, welche keine Mittel hatten, umsolche ehrlich an Mann zu bringen: Ich ver-heurathete mich auch, durch dieser Leute Zu,und Einrathen, an eine ehrliche arme Magdoder Jungfrau, welche alsobald den Christli-chen Glauben angenommen, nachdem sie einenTheil obgedachten Schatzes zur Braut-Gabund Aussteur empfangen hatte, und (GOttsey Danck ) noch vorjetzo im Leben ist.
Der Herr Jesse, nachdem er seine voraus,vermachte Dinge wohl eingepackt, führte solchemit sich hinweg. Der andere Vetter aber,mit Gold beladen, kehrte wieder nacher Hauß:hingegen der Herr Jesse, wegen bevorstehenderKriegs-Troublen, nach einem gewissen Wohn-platz in Ost-Indien, woselbst es Friede war;aus welchem Ort er an mich geschrieben, dasvorige Jahr nemlich, in welchem Schreiben ersich erboten, meinen erstgebohrnen Sohn an
Kinds-