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Die Philosophie der Alten wiederkommend in der güldenen Zeit : worinnen von den unsichtbaren Anfängen des spiritus rectoris oder bildenden Geists in den Pflanzen ... gehandelt wird / ans Licht gegeben von F. C. Oetinger
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geburt. Die Emulation des Bluts durch diecotyledones eines Kalbs oder Menschen-Fruchthat zum Zweck, daß das Blut der Leibes-Fruchtmit Lufft zur Ernährung der flammae vitalis ge-stärckt werde. Denn wäre es blos um dieNahrung des Kinds zu thun, was waren dennzwo dermassen grosse Puls-Adern nöthig, umdas Blut dahin zu begleiten? Vielmehr möch-te man vernünftig dencken, wenn es nur um dieNahrung zu thun wäre, es müßten, wie imUnterbauch eines jeden Thiers, so auch hier ei-nige Milch-Adern seyn, welche sich anhebendvon der Nachgeburt nachmahls in eine allge-meine Röhre zusammen liessen, und sich end-lich in die Hoklader ausleerten.

Auch, sagt Ray, habe ich in Acht genommenin einem Kalb, daß dieNabel-Gefaffe sich geen-digt in gewisse Cörper, welche in einer Mengevon fleischernen Warzlein vertheilt waren. Einjedes von diesen war in die Röhrlein derer Co-tyledonum , so an die Barmutter gewachsen,aufgenommen; die fleischerne Warzlein könn-ten ohne Gewalt und einige Verletzung aus de-nen Röhrlein gezogen werden. Diese Warz-lein sehen sehr gleich denen aristis, radiis und äus-sersten Theilen der Fisch-Ohren, mit welchen siedie Luft, wie die Fische im Wasser, einziehen.

Wie sollte auch sonst eine solche Nothwen-digkeit zur Odemhohlung seyn, so bald dieFrucht aus Mutterleib kommt? Hier mußman ein oberaufsehendes verständlich Wesensetzen; es heisse nun vis plastica oder sonst/denn