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Offenbarung der Natur vnnd Natürlicher Dingen, auch mancherley subtiler würckungen / Durch den hochgelerten Hieronymum Cardanum, Doctorn der artzney zuo Meyland erstlich zuo Latin außgangen. Alles durch Heinrich Pantaleon der artzney Doctoren, zuo guotem Teütscher nation, gantz fleissig vnd auff das treüwlichest verteütschet
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Seite
LXXXVIII
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Bitter.

lxxxvij Pon mancherlei wunderbaren

wertige ding/ ſind bey einẽ. Alſo ſind ð beſchꝛibenẽ kaͤlte ſchõ drey geſchmack.

dañ weil diſe in ein grobe ſubſtantz würcket/ wirt ſie vngeſchmack/ in ein ſubteile /ſaur /in ein mittelmaͤſſige haͤrb. dañ es moͤgẽd nitt mehꝛ ſein. Es kom

met auch kein geſchmack(wie voꝛ gemeldet) ð einigẽ kaͤlte/ wie auch kein

geruch ð feůchte. Es wirt aber dẽ ſauren etwʒ ſchoͤꝛpffe raͤſſe von wegẽder feüle vermiſchet/ die weil von der feüle die ſaure entſthet/ alſo wirtdes eſſigs geſchmack. Woͤlcher deßhalbẽ nitt faſt kaͤltet. In ð ampfferẽ aber Limonẽ/ weil die natur alſo werden/ findet man einẽ lauteren ſaurẽgeſchmack. der gleichẽ weil in dẽ wein ein wermer theil iſt/ machet ð ſüeß ge-ſchmack/ſo vnd dem herben vermiſchet/ ein reüche. Darum̃ kalten die rau-che ding nitt faſt. Es hatt auch ð Galenus diſe nitt dürffen als ein ſtuck desgeſchmacks zellẽ/ bezeügt finde die allein bey dẽ wein. dieweil es dochwunderbar were/ dz man ein theil des geſchmacks allein ſolte in einẽ dingfindẽ. Die ſeüre zeücht die zungẽ zůſam̃en von wegen ð kelte/ aber die zarte-

re theil/ dañ mitt jrer ſubteile kom̃en ſie tieff in die zungẽ.darũb thůt d ſaur

geſchmack faſt wehe in dẽ magẽ dañ mitt ſeiner ſubteile durchtringet er vnderkeltet die aͤderige ſubſtatz/ ſo kein blůt hatt/ gar faſt. Es mag aber die werme in einer dicken ſubſtantz nitt wircken. in einer ſubteilen maͤſſigen/ machet ſie einen ſüeſſen geſchmack. Diſe feiſte feüchtigkeytt mag nitt bey einermeſſigen werme ſein/ weil ſie von einer ʒim̃lichen entſtandẽ. darũb iſt ſie ſubteil/ wie ð ſüeß wein/ behalt deßhalben die ſüeſſe küm̃erlich. vñd wañ dieverſchweinẽ/ ſo wirt die ſüeſſe in ein rauhe verkeert. Dañ ð mehꝛteil wein habẽd ſchon von inẽ ſelbs etwʒ bitterkeytt/ aber doch geminderet/ ſo wir ein a-

ſtrictiõ zůſam̃en ʒiechũg neñend. deßhalbẽ ſind ſie einer mittlẽ ſubſtantzzwiſchẽ ð ſeüre ʒůſam̃enziechung. Dañ wañ der dick iſt/ in woͤlchẽ die kaͤl-

te nicht wirckẽ mag/ werdẽ wir in ʒů hinderſt ſetzen. Den dicke heꝛbẽ aber/ inwoͤlche die kaͤlte nitt würcket/ auſſereſt/ dẽ ſubteilẽ in dz ander auſſerſt

theil/ dẽ ſaurẽ in die mitte. es ſol auch nach ein and ʒeil beſtim̃et werdẽ/ ð

mittel maͤſſigẽ ſubſtãtz /in woͤlche die kelte wircket. wirt ein aſtringieren-der od zůſam̃en ziehender geſchmack ſin. Darũb wirt ð füeß/ ſo ʒwiſchen di-ſen iſt/ wañ die werme überhãd nim̃et/ verſaltzẽ/ wz ſubteil iſt/(wie geſagt)

ſaur. Wañ aber die kaͤlte überhand nim̃et/ werden die beid. ſaur. Verſaltzen

aber/ allein d werme/ ſo einer ʒim̃lichẽ ſubſtantz iſt/ nit gar feücht. darũb wirt weder die milch noch der wein alſo/ wañ die ſchon ein jaꝛ kochet.Alſo wirt dz mittelmaͤſſig mitt einer ʒim̃lichẽ werme verſaltzẽ/ dz außgetro-cknet bitter/ dz feücht aber feiſt. woͤlches bitter allein wegẽ des geſchma-cks /iſt dz aller boͤſt/ dẽ ſůeſſen wid. Das feiſt iſt auch vnlieblich/ als ðfeiſte/ vnd am mehꝛſtẽ des vnſchlet/ marcks. NDarũb wz einer ʒiſ̃lichẽ werme/ hatt dreyerley geſchmack/ nam̃lich einfeiſte/ verſaltzene/ bittere. Der kaͤlte(wie geſagt) vier/ der ʒim̃lichen werme eine/ der vnʒim̃lichen ʒwo. alſo ſeind mit einanderẽ neün/ moͤgẽd nitmehꝛ ſein/ ſo du es recht bedẽckeſt. Ich neñe ein ʒim̃liche werme die groß iſt-die aber doch küm̃lich erleidẽ mag. maͤſſiglich aber/ ſo klein iſt/ faſt ge

temperiert. vnmaͤſſig aber die man nitt erleyden mag. deßhalben wirt auß

dem verſaltzenen/ wañ es außkochet/ ein bitterkeytt/ ſo die feüchte daruonkom̃et. Auß dem feiſten aber auß dem ſueſſen ſo eineꝛ zim̃lichen ſubſtãtz-das verſaltzen. auß dem ſůſſen von wegen der gemeinen ſubſtantz. auß dem