Buch 
Offenbarung der Natur vnnd Natürlicher Dingen, auch mancherley subtiler würckungen / Durch den hochgelerten Hieronymum Cardanum, Doctorn der artzney zuo Meyland erstlich zuo Latin außgangen. Alles durch Heinrich Pantaleon der artzney Doctoren, zuo guotem Teütscher nation, gantz fleissig vnd auff das treüwlichest verteütschet
Entstehung
Seite
CCLXXXIIII
JPEG-Download
 

celrxrtüß Don mancherlei wunderbaren

Man findet aber die Mytulẽ auch bey vns in den ſuͤßen waſſeren/ dann 1es ſeind lange Conchen/ welcher ſchalen oder muſchelen die maaler bꝛau-chend/ ihꝛe farben durch einander an zůmachen. Doch ſeind die Mytu-len vnd pholaden vollkommen geoꝛdnet/ die muſculen vnnd Pinnen aberſeind an einem ſubteylen reinen band angehefftet. 1

Die Muſculen oder muſchelen fiſch/ werden vmb die felßen vnd hoͤltzermit haren/ als ob es wullen were/ angebunden. In mitten des fleiſch hales etwas ſo einer zungen geleich iſt/ darzů eine zechen vnd weichẽ ſchleimmit ſampt einem loͤchlin/ durch welches es das waſſer an ſich zeücht.

5 Die Pinnen habend nitt der Conchen geſtalt/ ſonder ſeind N

nan einem oꝛth bꝛeit/ vnnd ſpitzen ſich hinab/ inn der foꝛm wi⸗ i

1 7 du bey ſeytz verzeichnet ſtheſt mit dem ſpitz hefften ſie ſichzl, niereſt inn das meer, auß welchem ſie auch gewachſen ſeind

3 ſte werden auch an den boden mitt einem reinen faden gebun

den/ daß man ihn billich ʒů der ſeyden nemmen moͤcht/ mitt welcher ma

die kleyder machet. Sie werden faſt inn der mitte angehefftet/ vnnd mit

einer zwifachenn Conchen vnnd muſchelen bedecket/ auch an dem ober

theil ſo etwas bꝛeiter/ erneeret. 8

Diſes theyl ſo inn ihnen das ey genennet(als geſagt iſt) iſt der aderech-

ten feyßte geleich/ ſo in den ſchalen wachſet/ vnnd wirt dem reinen fs

den gefuͤgt. ſie iſt als lang wie das gefider/ nammlich etwan eines ellen,

bogen lang/ vnnd hatt außwendig ein rauche muſchelen/ inwendig ſeinſte ſilberfarb/ vnnd den Conchen oder muſchelen geleich/ inn welchen dberlin wachſen/ wann ſie in dem ſand fürkommen. wann ſie aber im aagefunden/ ſeind ſie gel. bey dem reinen fadem thůt man ſie auff/ vnd bidet ſie wider/ alſo bleiben ſie auffrecht ſthan. 4An dem oberen theyl thůnd ſie ſich weitter voneinanderen/ dann 35nidereſt. Sie wachſend auß dem ſand oder kaat/ vnnd erneren ſich midem wůſt. Vnder diſen iſt ein arth/ ſo mitt holkaͤlen vnderſcheiden-vnd ring herumb voll zaͤn/ gleich wie die ſtraͤl geoꝛdnet/ welches ma 1Pernen nennet. 3Alle die ein einfache ſchalen oder muſchelen haben/ ſie ſeye dick odedünn/ die habend ein aderechte vnnd herte ſubſtanntz/ vnnd fuͤgen.ſchalen vnd das fleiſch inn den ſchalen zůſammen. alſo geth die natur vdem einen auſſerſten theil biß dem anderen in der mitte. 140Alſo geth es mit den Oſtreen vnnd Conchen zů/ſie ſeyen groß/ die mvon ihnen ſelbs Conchen nennet/ oder klein ſo man Thelinen heißt · diſeind rund/ mit einer glatten vnnd weiſſen ſchalen/ die zůring herumb zinG cken wie die ſtraͤl haben. Die Venediger nennen ſolliche Caparozolas, lateberlin ſehne un volgen die Oſtreen/ welches nach meinẽ verſtand die aller ed berken. arth iſt/ weil ſie erſt ein ſuß wolgeſchmackt fleiſch haben/ vnd zuͤringumb ein ſchoͤn purpurfarb haar/man haltet auch diſe ſo inn Bꝛitannoder Engelland ſeind/ für die beſten.Ettlich vermeinend man moͤg diſe ſetzen/ wann man ihꝛ milch inmeer ſchüttet. i lEs iſt gewüß wie ich zům offteren mal geſagt hab) dz ein yedes ding 15ringer vnnd beſſer mag fürkommen/ wann der ſelbigen arch hauf ef 8 5 einan

das