Buch 
Offenbarung der Natur vnnd Natürlicher Dingen, auch mancherley subtiler würckungen / Durch den hochgelerten Hieronymum Cardanum, Doctorn der artzney zuo Meyland erstlich zuo Latin außgangen. Alles durch Heinrich Pantaleon der artzney Doctoren, zuo guotem Teütscher nation, gantz fleissig vnd auff das treüwlichest verteütschet
Entstehung
Seite
DLXIIII
JPEG-Download
 

dlriii Von mancherlei wunderbaren

pay na · Es iſt glaͤublich dz diſer vergeüdiſch Keyſer habe ein ſo herꝛliche gedechtchen. nuß auff ein gar ſchoͤn papyr wellen beſchꝛeiben. Man machet das Philyr-

auß zweyerley gewechſen/ nam̃lich auß dem Papeyr/ welches in dẽ fluß l;

lo wachſt/ wie man dann ſolliches vollkom̃enlich bey dem Plinio leſen mag.das ander maͤchet man von den mittelſtẽ linden rinden/ ſo zart was/ well

es dann mit der nadel außgeſpannen ward. vnſeren zeytẽ hatt man mi

dem papeyr ein geringere erfindung/ welches man auß dem geſtoßenen 0nen tůch machet. diſen zeiten ſchꝛeiben wir auff perment vnnd papeyrwelches auß des leinen tůchs ſtücken ſeind/ſo auß langwürendẽ bꝛauch vſchliſſen/ vnd harnach zerſtoßen woꝛden. vnd diſes alſo. Man feüchtet diin waſſer/ ſo von den waſſerſtromẽ angerichtet wirt/ vnd ſtoßet es mit 00tzenen ſtoͤßlen/ welche von dem waſſer vmbgetriben werden. demnach hebtman diſes mit lüfftigen taflen ſo auß ſubteylen faden gemachet/ wann! einem reinen vnd weyßen muß woꝛden/ auff. darnach legt man diſcs zoſchen wullene ſtück důch/ welche wir filtra oder filtz nennen. dann ſie ſeindvon dicker wullen. wann diſe nun zůſammen gewachſen/ feüchtet man es!waſſer/ in welchem die ſchabeten vom leder zerlaßen. wann man alat darz,thůt/ welches man Rocha nennet/ wirt es ſteyffer/ gletter/ vnd vyl beſſedarnach ſpañet man es auff/ vnd trücknets an der Sonnen. 6Dieweil auch vier ding dem ſchꝛeibenn notwendig/ wo mit/ wa auffauß welchem/ vnd was geſtalt/ oder mit was kunſt/ wellend wir hie vo d.kunſt nicht reden/ ſonſt ſchꝛeiben wir mit der feder/ vnnd auff dem papeſ(als geſagt iſt) vnd auß der ſchꝛeib dintẽ. die federen bereitet man mit de 7ſchꝛeibmeſſer/ alſo muͤſſen wir von diſem allem handlẽ. Ich will aber wid K dem papeyr kommen. man machet ettliches dick/ welches dem permenicht nachlaßet/ in dem ſommer wirt es weyſſer/ in dem winter iſt es nitſo durchflieſſend/ weil es das gumme beßer annimmet. Diſes ſo das be 5dem perment geleich/ iſt dick/ allenthalben geleich/ liecht/ vnnd faſt gla 15laßt auch die dinten nit durchſchlagẽ. Man machet diſes gemeinlich ſ⸗ fmit einem großen Coꝛneol/ oder Onyx/ dann es wirt dick daruon vnd b 5ſer. ich hab in den alten buͤcheren acht genommen/ daß man das papeyl 16ſo ſchoͤn gemachet vnd gebaliert hatt. voꝛzeytten ſchꝛieb man mit einemgel in das wachs/ vnnd auff dem papeyr mit einem rooꝛ man ſchꝛeibt 4dem rooꝛ ſchneller/ aber mit der federen machet man ſchoͤner büchſta htvoꝛ alten zeytten hatt man nicht von den federen gewüſſet/ oder garedarnach gefragt. auff hüttigen tag bꝛauchet man ſie gar ſehꝛ/ weil man d 1nutzbarkeit erfaren. dañ man kan nit ſo eigentlich mit den rooꝛen ſchrelbaweil aber das papeyr noch etwas ſteyffer vnnd dicker geweſen/ diene cherohꝛ gar wol der ſchnelle/ vnnd was die feder von wegen jrer vngele 11nit faſt nutz. wañ aber die dinten fleüßt/ haltet ſie gemeinlich mit 1 eckhartz von wegen der feiſte zůſammen. das Arabiſch hartz/ welches v 5 0holder gemachet/ weil es trückner/ iſt das aller beſt/ vnnd wirt berckrod 1dnennet. die ſtein thůnd ſolliches nit/ dann ſie ziehen nit ſo faſt an ſich//loͤſend auch nit wol auff. dañ der Fürniß oder berg rod/ damit ich den almeinen nammen behalt/ wermet/ trücknet/ zeücht zůſammen vnnd. en inlet die zerzüßene oꝛth. doch iſt der alaun( wie geſagt) beßer/ w man d 10 erwaſſer zerlaſſer. Es iſt aber diſes nit genůg/ wann man in ſchon zn 1ſtoßet. darumb wañ du zeit haſt/ ſo bereit das gãtz papeyr mit alen ab

5. 2 E 4

2 E..