Buch 
Offenbarung der Natur vnnd Natürlicher Dingen, auch mancherley subtiler würckungen / Durch den hochgelerten Hieronymum Cardanum, Doctorn der artzney zuo Meyland erstlich zuo Latin außgangen. Alles durch Heinrich Pantaleon der artzney Doctoren, zuo guotem Teütscher nation, gantz fleissig vnd auff das treüwlichest verteütschet
Entstehung
Seite
DCCXX
JPEG-Download
 

decrr Von mancherlei wunderbarenhinein. Wie nun diſe ſolliches anderen gezeigt/ fragt ich ſte wie es doch kaͤ-me/ daß ſie diſes ſehe weil ſie fünff kinder gehabt/ aber ich nit: da ſpꝛachdie/ ſte woͤlte verſchaffen daß ich es auch ſehe/ man muͤſte aber S. Joannisdes Teüffers/ oder Chꝛiſti geburts tag erwartẽ. Als nun diſes feſt bald zů-gegen/ bin ich mitternacht jren gangen/ da hatt ſie mich jr heimlich-keit gelernet. diſes warend ſechs woͤꝛter/ welche mãcherley verſtand moͤgenhaben/ aber nach meinem verſtand mehꝛ hoͤchſter ſchmach Chꝛiſti/ dañdeſſen ehꝛ. als ñamlich/ Jeſus ghet dahin/ mag bedeütten/ er ſterbe/ oderer gange durch die ſtraßen/ oder er habe ein end/ welches letſt dañ der rechtverſtand ſein mag/ weil heꝛnach volget/ Ich bin der. denach heili ger engelvnd das ůͤberig. Dem handel ſeys aber wie jm woͤlle/ diſes ſehend allein ettliche/ vnnd nit yederman/ darʒů ſelten vnnd nit allwegen/ alſo daß diſe faſtvon ihnen ſelbs kommen/ doch můſſend ſie voꝛhin darumb angeruͤffet weꝛ-den. Alſo hab ich jren ein belonung zůgeſagt/ wann ich es ſehen moͤchte. dahatt ſie mitt gůet em vertrauwen diſes mittel angenommen/ ſpꝛechende/ ieglaub mir wol. ſie hatt auch nicht darauff entpfangen/ vnd gern gelernetals wann ſte jrer kunſt gewuß ſein ſolt ee. 5Doch hab ich eigentlichen ve:mercket/ daß hinder allen diſen dingẽ nichtdann ein fabel ſeye/ daß auch diſe gar nicht wüſſe/ ſonder es ſeye ein eytelefantaſey. dann wie ſie etrliche waſſerblater au ſſerſt inn dem geſchirꝛ/ ichweiß nit wo mit/ gemachet/wolt ſie ich ſolte vermeinẽ diſes werend perlin-dann diſe ſcheinend alſo durch den widerglantz. demnach ich ſolte zwey haͤupter in dem angſter oder geſchirꝛ ſehen. Vyleicht hatt diſes durch jrẽ beſtendigen vnd vnerſchꝛockenen whon die kinder /ſo ſonſt bald glauben/ von jrẽrechten ſinnen genommen vnd verwirꝛet/ vnd auff jre meinung gebꝛacht.alſo bekennend diſe ſie ſehend/ welches doch nit iſt. dann ich hab zůletſt diemeitlin/ von welchen voꝛgeſagt/ dahin gebꝛacht/ daß ſie bekennen muͤſſen-ſie haben nicht geſehen. dieweil jren vyl dergleichen gethan/ als wann ſie ſe-hend/ damit man nit vermeinte/ ſie hetten jr junckfrauwſchafft verloꝛen.Man ſagt es habe M. Varꝛo geſchꝛiben/ er habe in ſeiner juget gefragt-wie es mit dem Mithꝛidatiſchen krieg wurde zůghen/ da habe ein knab inndem glaß Mercurij bildnuß geſehen/ ſo jm ſechtzig verß erzellet/ welche er

hernach dem Varꝛoni angezeigt/ in welchen alles ſo ſich im ſelbigen krieg

verloffen/ begriffen. Wie hatt aber diſes dem Ciceroni moͤgen verboꝛgenſein oder es iſt hie Varꝛo fein betrogen/ vnd jm diſes alſo gezeigt woꝛden.lote har dien end auch die ding/ ſo wir offt von wunderzeichẽ/ vnd beſichtigung der einge weiden/ oder wañ das hertz nit voꝛhandẽ/ oder die gethoͤßwider die natur/ oder geſpengſt geſehen werden/ angezeigt haben. dann di-ſe ding dienend alle dahin/ damit wir glau ben/ daß auch etliche ding hie indem niderſten theil der welt ſeind/ ſo durch die entpfindtlichen ſinn nit mgen begriff en werden. Deßhalben ſeind die argumenten vnnd vꝛſachen/ ſovon der erfarnuß genommen/ am beſten....Ich bin nit darwider daß vyl ding er dichtet ſeye/ vnnd man offt mit narrenwerck vmb gange/ darzů vyl leüt betrogen werden/ voꝛab mit denen ſo

gengen bewi. Nan Foleten nennet. Ich hab aber all wegen durch mein vernunfft vnder?

ſen. wiſen/ gehalten es ſeyẽ alles erlogen/ was man daruon ſage/ vnd hab auchdl dem vierdten mal vermercket/ daß es nicht iſt. dann ob wol die gantzſtatt diſen erdichten fablen geloffen/ iſt es doch nicht dann beſ chi