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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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LXXVI
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Sold ver-

lerbj Von mancherley wunderbaren Sachen/alß der Weyrauch: Ettliches wird weich/ wañ es allein die werme empfahet/alß dz Me-tall. Es leßt ſich aber ſchwer anſehen brennen vnd weich werden/ wo es nicht villeichedas Gold iſt. Aber es bedunckt mich nicht: dann wann das Silber weich wird/ ſo ſchei-net es weiß. Es werden zwar in gemein ſieben/ od villeicht noch mehꝛ vnderſcheid ſeyn:aber nicht mehꝛ einfache: Derowegen werden ettliche ſeyn/ die allein brennen/ wie derStael vnd Stein. Es haben aber dieſe Lufftloͤchlein/ ntweders ein feuchte Weſſerig-keit/ oder derſelbigen nicht viel. Darumb brennet das Eiß/ noch das gruͤn Holtz nochdas Fleiſch oder feißte nicht/ ſondern wird allein entzůndet: Noch auch der Carfunckelnicht: dann er hat keine Lufftloͤchlein. Ettliche ding werden allein angezuͤndet Valß derGebranntewein vnd Oel. Dieſe ſeind allein feißt/ oder vberauß dür: vnd dünn/ alß die

Spꝛewer. Was aber brennt vnd angezuͤndt wird/ iſt jrꝛdiſch vnd feißt. Dann gleichwie die Jeane ding brennen/ alſo werden feißte angezuͤndet. Wie auch das Holtz ineinem Ofen

uͤrꝛ wird/ von welchem wir anderswo geſagt. Dieſe aber haben Lufftlo-cher: welche aber weich werden/ ſo man ſie anzuͤndet/ alß das Paradeißholtz/ haben diebeſte feißte feuchtigkeit/ mit ſampt einer dicke/ ſo mit der Irꝛdiſchen ſubtilheit vermiſchtiſt/ welches voꝛ der feißte verzehꝛet wird. Es iſt aber gewiß offenbar/ daß die ding keinWeſſerige feuchte haben: darumb ſeind ſie auch beſſer gekochet vnnd wolgeſchmack ter.Die ding aber/ ſo nicht zu Fewer werden/ ſondern nur dempffen/ ſeind etliche gar Weſ-

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ne feuchtigkeit haben/ nem en ſie das Fewer nicht an: Dann das Fewer/ wo es nicht ein

reine feuchtigkeit hat/ nicht angehet noch brennet: dann kein ding/ ſo zu gleich feucht iſt

von jhm ſelbs brennen mag. Sie brennen aber/ wann ſie jetz ertrocknet ſeind. Welche a-

erig/ alß die Moleken/ Waſſer/ Harn/ vnd Eſſig. Andere/ dieweil ſie ein vberauß vnrei

ber ein feuchte Subſtantz zulaſſen/ weich oder hert ſeind/ werden geſotten. Die Bein 1

werden nicht geſotten dann ſie ſeind hert. Das Wachs nicht/ dann es iſt nicht hert derLaͤtt mag viel minder geſotten werden. Die Feißte wird nieht geſotten: daß ſie laſſet kein

feuchte Subſtantz zu. Die ding aber ſo weich werden/ laſſen ſich zum theilanzuͤnden-

alß der Weyrauch zum theil werden ſie verzehꝛt/ alß das Waſſer: zum theil bleiben ſie-alß das Gold/ vnd wie auch ſchier das Silber. Sie bleiben aber darum/ dieweil ſie gantz

deer, ſteiff werden/ vnd ohne Lufftloͤchlein/ wann man ſie zerſchmeltzet: Darumb/ wañ man

den Arſenicum oder Auripigment darzu thut/ muß es verzehꝛet werden/ viel mehꝛ dz

Sulber: dann es abſoͤnderet die theil von einander/ vnd im abſoͤnderen machet es zu bꝛen-

nen. Sie ſoͤnderen aber nicht alles von einander/ oder den mehꝛerentheil /ſondern nur al-

lein was ſchwer vnd dünn iſt: dann das vberig wird nicht vermiſchet. wann ſie ver-

miſchet werden/ muͤſſen ſie auch etwas leyden/ alß wann dz Silber vnder das Gold ver-

miſchet iſt. Welche aber bald verzehꝛet werden/ alß das Bleh/ das bringt die ſtuck nicht

dahin/ daß ſie abnemmen: ſondern/ dieweil die ſchwer ſeind /muͤſſen ſie auch einer dicken

Subſtantz ſeyn: dann kein ſchwer ding/ ſo einer ſubtilen Subſtantz iſt/ hald mag ver-zehret werden. ö e

Auß dieſem hat man alſo ein vnderſcheid der Vermiſchungen. Welchebrennen/ die

ſeind Irꝛdiſch/ ſampt einer mechtigen vnreinen feuchtigkeit Welche weich werden /die

haben noht halben viel feuchtigkeit. Welche zergehen vnd brennen/ die haben viel feißter

feuchtigkeit/ alß das Bitumen vnd Schwefel: aber wenig Weſſeriger/ oder ſehier gar

nicht. Welche von dem Fewer weich werden/ ſeind Irꝛdiſch/ haben ein zimliche feuch

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tigkeit/ alß das Hoꝛn vnd Eyſen. Was von dem Waſſer vnd Fewer weich wird/ itt erſt-

lichen von der werme zuſammen gewachſen:demnach von der kelte/ alß die Hoͤꝛner vnnd

das Fleiſch. Was aber von dem Waſſer zergehet/ iſt von der werme zuſammen gewachſen/ lͤcherechtig/ vnd Weſſerig/ wie das Salt vnnd Salpeter. Die Weſſerigen aben

feind am aller kelteſten/ demnach die Irꝛdiſchen: die feiß ten aber ſeind warm.

Was aber von dem Fewer abmimmnet/ das vergehet micht ſeind auch von jhnen ſellsnicht weich /ſondern allein warm/ alß der Kalck/ Aſchen/ vnd Ziegel/ aber dz letſt 955