8 25 9„ e.Dem Durchleuchtigen/ Hochwirdtgen Muͤrſtenvnnd Herꝛen/ Herꝛen Chꝛiſtoffel von Madrutzen Cardinal
vnd Biſchoff zu Triendt vnd Brixien⸗ desgleichen Guber-natoꝛn vnd Landtvogt im Hertzogthumb iMeylandt/ 8
Wauͤnſchet HE KON A OA ο ,d
0 Doctoꝛ der Artzney zu Meylandt viel Glück vnd Heyl. s
Elche den Goͤttlichen vnd Menſchlichen Sachen fleiſſigklich nach-foꝛſchen/ frommer Fuͤrſt/ die verwunderen ſich fuͤrnemlich in Goͤtt-lichen dingen/ daß ſo viel wunderbarlicher vnnd ſeltzamer ding voneinem vnzertheileten vnnd einfachen Vrſpꝛung herkommen. InMenſchlichen aber/ daß vnſer Gemuͤt mit ſo kleinem Leib/ kurtzem
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8 Himmeliſehen ding durchtringen moͤgen.abe den Alß ich aber dieſes mit hoͤchſtem fleiß bey mir ſelbs erwegen⸗ habe ich es auch für dieLatten. zwey mechtigeſten ſtuͤck gehalten/ nemlich wie doch von der vnbefleckten vnnd vnzer-5 krenten Einigkeit/ zu allen zeyten /alſo vnzahlbarliche⸗ mancherley/ vnnd ſeltzammeSachen herkemen: vnnd daß die ſterblichen Menſchen/ ſo viel ſhnen muͤglich/ nach der1 Gottheit ſtrebten/ vnnd dieſe gar nahe erlangeten Dieweil denn nun zwen Puncten1 5 dieſes wunderbarlichen Lauffs ſeind: der erſte wellicher auch ein anfang der gantzen0 Welt/ nemlich ſo ſich die Goͤttliche vnnd vnſterbliche Natur/ in dieſe ſterbliche vnnd1. zergengkliche Sachen außtheylet: der ander/ wann das Menſchlieh gemůͤt dieſe toͤdt-liche vnnd zergengkliche ding mit Vernunfft vnnd Kunſt vnderſtehet zu dem Goͤttli-1 chen anfang/ mit widerwertiger oꝛdnung zu richten/ haben den anderen Puncten/ wel-5 cher allein vns zugehoͤꝛig/ vnſere Voꝛelteren alſo hoch geachtet/ daß Pythagoras auß* der Inſel Samo in Egypten gereiſet/ damit er zu den Magen vnd verſtendigen weyſendeuten keme/ demnach in Cretam vnnd gen Lacedemon. Alſo auch Plato von Athenin Italien vnd Egypt. 3. 5Dieſer erempel haben vaſt alle berůmpte Artzet gevolget/ welche gantz weite Landt-ſchafften durchreiſſet. Dann die lieblicheit der Weißheit iſt alſo hoch/ jhꝛe beſitzung al-ſo ehꝛlich/ hꝛ uͤbung alſo nutzlich/ jhꝛ Frucht alſo ein Goͤttliche liebe/ vnnd jhꝛ contem-plation vnnd betrachtung alſo ein ſichere Ruhe/ daß alle Menſchen auß natuͤrlicher be-gierde darnach ſtellen. Darumb mich nicht wundernimmet daß vnſere Altvoꝛderen/dieſe alle ſo die guten Kuͤnſt erfunden⸗ fuͤr Goͤtter verehꝛet⸗ dieweil ſie auß Menſchli-cher gutthat/ vnnd eigener hochheit fuͤr Goͤt ter geachtet/ wiewol ſie/ dieweil ſie ſich ei-ner anderen Gaabe vnnd frembder Schenckungen gebꝛauchet⸗ ein groſſen vnder-ſcheid von den Goͤtteren gehabt. Alſo hat man Apollinem von der Muſie/ Acleula-pium von der Artzney/ Mino em von der Geſatzen /Mercurium von der Arithmetie/1 Cererem vnnd Bacchum von des Ackerbawes erfindungen/ für ein Gott gehalten.. Ich achte aber daß dieſe nieht minder lobwirdig/ welliche die ding ſo andere er-5 funden/ den Nachkommenden in Geſchufft geſtellet/ alß die erfinder ſelbs. Da-rumb ſoil ſich niemandt zu viel oerwunderen/ daß die beruümpten Buͤcher vnd Libreyenden groſſen vnnd treffenlichen Koͤnigen alſo angelegen/ vnnd in groſſem wert ſeind ge-
halten woꝛden. i
Fee Alexander hat des Homer Verß in dem Keſtlin oder Ledlin behalten/ in welches derSeren ound Koͤnig Darius vorhin ſeine koͤſtliche ſalbungen gethan Ptolemæus PhiladelphusBunten. hat dermaſſen ſein Libren angerichtet/ daß er die Buͤcher allenthalben mit groſſem Ko-ſten zuſammen geleſen. Dann wann einer den Koſten rechnen woͤlte/ wurden ſie mehꝛ
9 N denn eines gantzen Koͤnigreichs wert geweſen ſeyn: dann er halt ſieben hundert mali 5 kauſendt
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Leben/ vnd groſſer verhinderung des ſchweren Laſtes beladen/ hat die