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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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LXXXIII
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Das Driete Bu. lrrriizderſeheiden. Derhalben haben ettliche geſagt/ es habe Ariſtoteles verſtandẽ /der Menſchmoͤge des Geruchs in der weite nicht empfinden. Diß aber iſt auch vnrecht dieweil wirdes Geruchs gar fern innen werden. An dem aber iſt allein ein zweifel/ daß man vermey-net/ es haben die Hünde dieſen empfindtliehen Sinn viel ſ. cherpffer/ dieweil ſie dem Ge-wild nach eylen/ welehe ſie allein auß dem Geruch auß ſpehen. Es heißt aber dieſes nichtbeſſer/ ſondern ſcherpffer riechen od ſchmecken/ ſo meynt man auch nicht daß d Menſchdarumb deſto vbler rieche/ ſondern nur vbler denn ein Hund. Was iſt aber dieſes für einwunder/ daß der Menſch im Geruch von den Hünden vberwunden/ weil er doch in al-len Sinnen etwan von einem Thier vberwunden wird? Dann er ſicht nicht ſo wol alßein Adler: So hat er auch nicht ein ſolliehen ſubtilen angriff/ alß die Spinn. So moͤgſtdu ſagen/ darumb habe der Philoſophus nicht gejrꝛet. Darwider bin ich nicht/ ſo ferndu bekenneſt/ daß es ſih auß dieſen woꝛten begeben/ vnd die Nammen nicht voꝛhanden/daß alſo des Geruchs vnderſcheid nun vaſt bey zwey tauſent Jaren verboꝛgen blieben.Wer wolte aber leugnen daß dz faul Fleiſch ein anderen Geruch/ ein anderen dz Schimlicht/ ein anderen der Knoblauch/ ein anderen das Opium vnd Magſaamenſafft/ weildoch dieſe ding alle ſtinckend ſeindt. Auß dem Geruch mag man alle ding/ ob man ſiegleichwol nicht ſicht/ vnderſcheiden. Darumb ſagen wir/ es habe der Magſaamenſaffteinen vnlieblichen vnd ſchweren Geruch/ der Knoblauch ein ſtinckenden/ dz faul Fleiſceheinen faulen/ das Schimlicht einen ſehimlichten. Nin wah/ jetz haben wir Vier heite⸗ Preuß

Geruch -re vnderſcheid der ſterckeſten Geruch/ die viel bekanndter ſeind denn andere Geſchmack. eNun wollen wir weiters ſehen ob auch andere ſeyn moͤgen/ vnd diß für gewiß ſetzen/ daß Sunckedenalle boͤſe Seruͤch auß einer böſen Kochung herkommen. Ein boͤſe Kochung iſt entwe⸗ Semders mit der groͤſten kelte/ vnd gibt einen boͤſen Geruch/ alßf im Magſaamenſafft: odermit der groͤſten werme/ die aber feucht iſt/ vnd wird ſtinckicht/ alß in dem Knoblauch: o-der mit einer vollkommenen feulung/ alß in dem Fleiſch/ vnnd wird welck: oder mit ei-ner vollkommnen feulung/ wird ſchimlicht. Noeh entſtehet ein Geruch von der wer-me vnd troͤckne/ alß in der Stabwurtz(welcher auch ſtarck iſt) den wir mogen wild nen-nen/ dieweil dieſer vielen wilden Geweehſen gar ehnlich/ alß in der Rauten/ BeyfußRosmuͤntz. Wir mogen jhme auch(wie Dioſcoꝛides gethan) die Species Geſchlechter von einander abſoͤnderen/ welches wir in den Geſchmackten nicht thun moͤgen: Alſodaß wir ſagen ein Rautiſchen geruch/ ein Muͤntziſchen/ vnd Beyfuͤſſiſchen/ alß wir inden ſarben gethan. Alſo erzeigt der wilde Geruch ein warme vnd trockene Subſtantz/auch ein Irndiſche vnd dicke. Der Stincket aber ein warme/ feuchte vnd vnmeſſige/alſßdes KnoblauetsIwiebelen/ Waſſerbatenigs/ Waſſerknoblauchs. Der ſtarck Geruchein kaltealß des Magſaamenſaffts/ Schirelings/ NachtſchattensMandragoræ obAlraune vnd Wäserlings. Ein Schimlichterein faule Subſtantz. Wann man dieſeiſſet/ mogen ſie bald ein Peſtilentz anrichten. Ein Welckechtiger zeiget an ein vnuoll-kommene feulung/ alß des Hels/ vnd geſaltzenen Fleiſches/feißten Specks/ vnd Wuͤrſten. Es iſt aber gewiß daß auch dieſe ding ſchedlich ſeind/ vnd ſonderlich dem Hertzen.Damit ich aber nicht wie die Weißen oder Huͤnerahꝛen in Hiſpanien/ allwegen denvnreinen vnnd ſtinckenden nachuolge/ ſo ſeind auch ettliche wolriech ende ding/ die kaltvnnd feucht ſeind/ alß die Violen oder Feilchen/ vnnd geelen Seeblůmlein/ welche zer-ſpꝛeitet/einen lieblichen Schlaf bringen wie auch das Laub von den Reben/ vnnd vielmehꝛ der Bluſt/ fürnemlich der weiſſen. Dieſen wollen wir einen ſchoͤnen vnd lieblichenGeruch nennen/ der da iſt einer von den kalten vnd trockenen/ alß der Roſen/Myrten/vnnd Aſpalaten. Vnnd dieſen nennen wir ſüß: er ſtercket das Hirn/ vnnd erquicket dieSinn. Es iſt auch einer der von einer treffenlicher werme vnd troͤckne entſtehet /alß dieCaſſia/ Saffran/ vnd Paradeißholtz/ Eniß/ vnnd der mehvertheil wolriechender din-gen/ ſo die Griechen Aromata oder Gewürtz nennen/ Weirach: Aber die fürnemeſtengleich alß Koͤnige/ ſeind Biſem Zibethen. Dieſen woͤllen wir ein gewuͤntzten Geruchb nennen.

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