Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
CLII
JPEG-Download
 

1

elij Von mancherley wunderbaren Sachen/

deſſen Geruch vnd Geſchmack haben/ von welchem ſie erhalten ſeind. Es iſt mir nochwol eyngedenck/ daß mein Vatter die Trauben in einem Faß allein mit Oel/ vnnd deſ-ſen wenig/ ein gantz Jar behalten hat: doch(wie voꝛ gemeldet) muß man die fleiſſigaußleſen: darzu iſt etwan ein ding mehꝛ dem einen/ denn dem anderen nütz. Das Honig-

Eſſig/ Saltz/ vnd Gebranndtewein/ machen ein ſtarcken Geſchmack. Das Saltz vnd

Honig gibt kein Geruch: der Gebranndtewein gibt ein ſterckeren Geruch/ denn der Ef-ſig/ vnd verbrennet die Subſtantz. Das Velgibt denen dingen/ ſo man allein gekochtiſſet/ ein kleine nutzbarkeit/alß den Wuͤrſten. Sesgleichen wann es hineyn ſchlieffet/ ſoman es allgemach anſtreichet/ wie an dem Keß/ wellichen es auch nicht ein wenig ange-nem machet. Das Pech gibt ein ſtarcken Geruch vnd wenig Geſchmack.

Fd vd Die Fiſch magſt du alſo wol erhalten: Du ſolt ſie mit Oel ein wenig/ vnd nicht voll-

kommenlich roͤſten. Demnach ſolt du ſie mit Saltz beſpꝛengen/ doch daß ſie nicht garverſaltzen ſeyen/ auch nicht vngeſchmackt/ darnach wann ſie ertrocknen/ Loꝛbaum vndMyrtenbletter darzwiſchen legen/ vnd in den Trog behalten. Wann man ſie bratet/bleiben ſie nicht/ man thue denn Gewuͤrtz darzu: welliches jhme auch ein lieblichen Ge-

ruch vnd Geſchmack machet. Der Rauch machet ein boͤſen Geruch/ vnd verderbet auchzum theil den Geſchmack: dann er gar kein Geſchmack hat. Die Blateren S chleuch

die aͤltelen/ dieweil kein Geruch hineyn mag. Solches iſt der faulung auch ſchier gleich/darumb ſeind ſie nicht vaſt nutz/ denn allein den Fruͤchten/ welche herte Rinden haben/

wie denn auch den Granatapffeln. Der Kalck/ Alaun/ vnd Aſehen troͤcknen mehꝛ/ denn

ſie erhalten: der Kalck verbrennet auch etwas mehꝛ. Das Wachs aber erhalt der Artz-nenen Krafft mehꝛ/ denn andere ding: dann es verhindert den Lufft/ vnnd feuchtet zim-lich. Es iſt gewiß/ daß man die Rheubarbara auff kein andere weiß beſſer erhalten mag/auch biß in die 2 0. Jar. Das weiß Wachs gibt einem ding kein anderen Geruch.

Daß den Trauben weder die Huͤner/ noch andere dergleichen Voͤgel/ ſchaden zufuͤ-gen/ noch verwuͤſten/gib jhnen Wilde Rebenbeer zu eſſen: dann es jhnen inn dem/ vaſt

wie den Menſchen geſchicht/ welche/ ſo ſie ſawre Fruͤcht geſſen/ daß jhnen die Zeen ver-

ſtaunen. Wann du aber mit geſtoſſenen Spꝛeweren/ darzu mit Sparten vnnd Bintz-kraut/ ſo mit Leim vnnd Beltruſen wol vnder einander gemiſchet ſeind/ den Boden inder Schewren oder Koꝛnkaſten zuruͤſten wirdſt/ ſollen jhm die Koꝛnwuͤrm nicht ſcha-

den/ noch die Ameiſſen etwas abtragen/ ſondern das Koꝛn wird ſteiffer vnnd herter ein

lange zeit bleiben moͤgen. In Summasſes haben die alten Romer/ welche treffenlichenfleiß auff das Bawrenwerck gelegt/ nicht beſſ. ers erfunden/ alle ding zu erhalten/ denn

die Oeltruſen. Alſo mag man die Myrtenbeer mit den Stielen /auch die Feigen Eſtlein

mit den Bletteren/ ſo in Buͤſchelein zuſammen gebunden/ in. Oeltruſen elegt/ lge zeit grůn behalten: doch muß man das Geſchirꝛ wol mit Gyps 1 3Auff ſolliche weiß beitzet vnd machet man alles eyn /welliches 8man lieber/ allein zu beſchawen/ denn zueſſen/ willens iſt.

Hiero-

1