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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CCIII
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Das Siebende Buch. ccczaßl /oder an der gleichfoͤꝛmigkeit des oꝛts /oder geſtrackten linien. Nach dieſen ſeind die/welche rot oder rotlechtig flecken vnd ſtrich haben. Sollicher aller vꝛſach iſt der Natur

krafft vnd ſtercke/ vnd ein kom̃liche vermiſchung/ darzu die verbreũte feuchte/ ohn wel-

che nicht allein an den Roſſen/ ondern auch Menſchẽ nichts herꝛlichers geſchehẽ mag

wie denn jhꝛen viel beredt ſeindʒd d e

Wir haben auch vnder anderen liederliehen zeychen dieſes vermercket/ daß ich kei-ner verbrennten feuchte/ denn an der haut/ hab wahr genommen: in vns aber vber-

trifft die Pituita vnnd kalte feuchte/ datz natuͤrlich gebluͤt vnnd Melancholey/ alſo

daß ich viel mehꝛ halte/ daß auß vnderweiſung oder zueht/ auß des Himmelslauff/

oder ſonſt einer verboꝛgenen krafft/ aller dingen kunſt vnnd wiſſenheit herkommen.

Doch will ich nicht darwider ſeyn/ daß auch die ſtercke/ behendigkeit/ vnd dapfferkeit in

Allen thaten/ darzu die krafft der wirckung/ von der verbrennten Gall groſſe hilff habe.

Des halben geſchicht⸗ daß ich nicht ſtarck bin/ ob wol keine dieſer qualiteten vnd eigen-

Whafftenan mint. g 4

8 Dieſes ſag ich nicht vmb ſonſt/ dann ich weiß /was ich hie meinen Auffſetzeren vnndNeideren für ein anlaß gibe/ alß wann ich mich auch etwar für hielte: doch bin ich darzu

erboꝛen/ daß ich vnerſchꝛocken die Welt von allen jrꝛſalen erledige. Wann ich ſo wol

wider dẽ mangel der Natur/ alß wider boͤſer Leuten Nachreden geruͤſtet were/ wolte ich

e warheit nicht anzeigen 5

Deshalben bedeuten dieſe maaſen vnd ſtrich ein herꝛlich/ dapffer vnd adelich gemuͤ e

an den Roſſen/ durch welches auch der Leib geregiert vnd dapfferer wird doch mehꝛ an

geſtalt denn mit der that ſelbs. e e i 5

Es ſeind auch flecken/ welches mehꝛ der thaten denn des temperaments anzeigun⸗ 85

gen eind/ alß die ſo in mitten des Leibs bey der Weiche entſtehen: dieſe wachſen wann aa reha

n Roſſz in denen Monaten wird ſo die Sonn im Löwen iſt: dann zu derſelben zeit

es ſehwach vnnd klein/ vnd mag mit dem Maul die Mittelſten oꝛt des Leibs/ da die

Eyngeweid ligen/ nicht anrůren/ mag ſich au chnicht vo den Weſpen beſchirmen. Al-

o geſchicht wann die haut verwundet iſt/ daß ſie weiſſe flecken bey den Weichenen be-

en dieſes ſeind ſchwache Roͤſſer/ vnd das vmb dreherley vꝛſach willen. Zum erſten/

fehlte zur ſelbgen zeit von den Weſpen verwundt/ empfinden ſie ein vnleidliche be-

8 werde⸗ geht ſhnen an den krefften vnnd am Leib ab/ werden auch alſo mangelhafft.

a nd vberkoſen auch die Stuten oder Mehꝛen zu nachgehenden zeitẽ/ ſo das Fu-

0 ond raf gogeht/ wenig vnd boͤſe Milch⸗ alſo daß das Fülle nicht wol mag erneh-

80 werden Wan nua der Winter auch herzu rucket/ hab ſie noch nicht ſo viel krefften/

1 ſie ſich voꝛ des Winters kelte vnnd vngemach erwehꝛen mochten. Deshalben vber-benen ſie an dem Bauch oder bey den Schultern weiſſe vnd kleine flecken /auß den ent-Pfangenen maaſen /e o ſie auß den ſtarcken vnd vielfaleigen Weſpen biſſen vberkoſſten.

5 dan hat aber gar gern die weiſſen onnd kleinen flecken am gantz en Leib/ vnnd die

Schanze farb zueuſſereſt an den gliederen. Die euſſereſten glieder nennet man die Fuͤß-

Sehwantz vnnd Ohꝛen: wann dieſe zur ſchwertze geneigt/ zeigen ſie ein adeliche Natur

ſches ann aber vmb die eyngeweid etwas rotes iſt/ vnnd ſonſt das gantz Noſſz braun-

chwarz nennet man es roſinrot/ vnnd nicht ſchwartz. Es iſt aber auch die ſchwar-

i 5 farb nicht einerley/ ſondern es ſeind recht braunſchwartz/ ſchwartz/ vnnd etwas

deiterer denn braunſchwartz/ welche/ ſo ſie einer farb ſeind/ Moꝛellen oder Maul-

cer farb genennet werden: wie auch ettliche gantz rot ſeind⸗ ettliche aber braunſchwartz

2 5 haben oder aber an dem gantzen Leib vaſt braun chibartz welehes wir geſagt/ die

vn oſtlieheſte zu ſeyn. Alſo ſeind auch etliche rot/ roſinrot/ die anderen keſtenbꝛaun-18 etliche noch heitere. 8

n treffenlich gute geberden an/ wie dargegenein groͤſſere ſtereke. Wann ich von den Geberden red/ verſtehe 155

o ſit9 4

ed glantz vnnd die dünnen haar zeigeö die dicke vnd herte ſeacke. 2