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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CCLXXII
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Hecht.

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Salmẽ oderLachs.

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cclrrij Von mancherley wunderbaren Sachen/nicht erkeñen moͤcht/ wiewol ich jhn offt in den Henden gehabt. Er hat zu end der Fiſch-ohꝛen zwey kurtze gefider/ daß man vermeynet es ſeyen fuͤß: vnder dem kinne an der vn-deren Lefftzẽ/ iſt ein einiger fleiſchiger locken/ an dem Rugken zu erſten ein klein gefiderdemnach ein anders langes/ ſo zu nechſt am voꝛigen ſtehet/ vnnd biß zu dem ſchwanzgeht. Er hat ein breiten vnnd nideren Kopff/ auch an beyden Kinbacken kleine Zen: dieAugen ſtehn jhm ſchier am oberen theil des Kopffs: die Zung iſt vaſt auffgelößt/ ein er-habenen dicken Bauch/ der Rugken vnnd die Seiten ſeind geelechtig/ mit ſchwartzenecken beſpꝛenget. Er hat ein groſſe weiche/ vnd liebliche Leber: das fleiſch(wie gemeing-lich geſchicht) ſchmecket wie die Leber/ doch iſt es nicht ſo weich vnnd ſuß. Man nen-net jhn darumb Botten/ daß er einem Schlauch gleich iſt: vnnd nennen die Meylen-der den Schlauch ein Botten. Er hat ein groſſen Kopff/ vnnd in demſelbigen ein ſtein

vaſt zinckechtig nach des krummen Mons geſtalt. Die kleinen haben ein groͤſſeren

Kopff/ deñ ſich zur Leibs propoꝛtz gezim̃et. Sie haben auch Bert/ alß wann ſie gebartetweren/ mit vier anhengen an dem Kinne: man vermeynet ſie ſeyen der Mugilen art.Wann man deren Eyer in dem Meyen iſſet/ bꝛingen ſie das Grimmen vnnd obenaußbꝛechen der Gallen: man vermeynet es geſchehe darumb/ daß ſie zu derſelbigen zeitſich von des Alberbaums Bluſt ernehꝛen. Dieſer Fiſch iſt gantz gemein bey vns/ vnndſchlecht: dann es iſt ein Spꝛiehwoꝛt: Der Bart ſey weder kalt noch warm/wedergeſotten noch gebꝛaten gu.. 5 1

Der Hecht vnder den Fiſchen in ſuͤſſen Waſſeren gantz wol bekanndt/ iſt lang/ miteinem langen Kopff: der ober Kinbacken iſt breiter vnnd kuͤrtzer denn der vnder/ vnnddarumb ohne Zeen: dann ſie wurden nicht gegen den vndern ſtehen: darumb ſeind an de-ren ſtatt/ zwo zeilen deen in dem Rachen: er iſt freſſig vnd iſſet die anderen Fiſch/ darzu

alle Froͤſche/ vnd hat viel vnd mancherley Bein in dem Kopff. Er hat ſein gefider bey

dem Bauch: doch iſt dieſes allen Fiſchen/ ſo in ſuͤſſen waſſeren lauffen gemein: danndas ſuͤß waſſer tregt minder/ vnnd ſtehen in den Meerfiſchen etwas hoͤher. Desgleichenhaben ettliche den Schwantz auff dem Ruͤgkgrat/ alß der Mugil/ ſo ein ſ chneller Fiſchmit einem groſſen Kopff. In anderen iſt er vberzwerch/ alß in den Delphinenꝛalſo ſeindauch ſpitz an der Stirnen/ Nacken/ vnnd Schwantz/ doch der mehꝛtheil an dem gefi-der/ voꝛab in denen ſo in fuͤſſen waſſeren wohnen: dann es ſeind etliche Fiſchlein in Be-chen die vier ſcharpff er ſpitz an dem Rugken haben/ welliche in gewiſſer oꝛdnung ſtehen-ettliche haben allein drey am Rugken/ vnnd ſo viel an dem Bauch ſtehen: doch ſeind ſitzuſammen gefuͤget wie ein gemalter Stern/ dieſe haben groſſe Koͤpff. Ettliche habenallein an dem Bauch zwo ſcharpffe ſpitz/ vnnd keine ſchuͤpen/ vnnd wachſen von jhnenſelbs/ vermeynet man es kom̃e hernach von dieſen aueh andere arten herfür. Es habẽauch alle Fiſch ſtrich an den ſeyten ſtehen/ die Meerfiſch etwas hoͤher/ die anderen aberneher bey dem Bauch. VVV 7

Der ſuͤſſen Waſſeren rhum ſtehet fürnemlich in zweyerley Fiſchen art/ nemlich detTrutten vnnd Sturionen: Dieſe beyde haben viel Species vnder ihnen: die fürneme-

ſte vnnd beruͤmpteſte iſt der Salm/ wellichen wir in Schottland geſehen. Deſſen arkvnnd eigenſchafft will ich auß Hectoris Zoethij meynung beſchꝛeiben/ vnd hieher ſe-

tzen/ weil er in Schotten am aller gemeineſten/ wiewol er auch in Aquitanien vnnd vill

anderen oꝛten bekanndt iſt. Die Meynung haltet ſich alſo:

Vmb den Herbſt kom̃en die Salmen in den Bechlinen oder duͤnnen Waſſeren 30hauffen/ heben die Beuch zuſamen/ vnd geberen Eyer oder den Rogẽ/ vnd bedecken die

mit Sand vnd Gries. Zu der zeit ſeind die mennlein an der Milch/ vnd die weiblein a

Rogen alſo erſchopffet/ daß ſie gantz mager werden. Es iſt auch nichts mehꝛ an jhnen-

denn Bein/ Graͤdt/ vnd die Haut/alſo daß ſie nicht gut zu eſſen ſeind.

Man ſagt auch daß dieſe magere andere verletzen vnnd beflecken ſollen/ weil ſiealle

die ſhꝛer art ſeind/ auch verderben. Solliches zeiget genugſam an⸗ daß man 95 10 12. off ker

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