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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CCCXV
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Das Achte Buch. ces

ſeye/ ſo es annimpt/ oder in welches es geendert wirdt: dañ ſolliche ding moͤgen nicht inas Element od vermiſchetẽ/ oder innwendigen/ noch außwendigen Sinn eyngetrucktwerden: Dann es were leichter die zerbrechlichen geſtalt in ewigen materien zu finden/vonn ewige in zerbrechlicher matery. Es mag auch kein ſehatten ſeyn/ das man vomottlichen empfahet? dann in dem das Gemut toͤdtliche ding verſtehet/ ſoͤnderet esdas toͤdtlich ab. Auß deſſen wirckungen aber verſtehet man ſolliches auff zwen wegꝛzum erſten/ daß es dieſe alle zeit vollbringet/ vnnd nummer altet: dann andere Tugentthun ſolliches nicht: ja auch die Gedechtnuß/ welche doch vnder den innerlichen Sin-nen die fuͤrnemmeſte/ je mehꝛ ſie hat/ je minder ſie zu haben geſchickt iſt. Das Geſicht

5 ſicht auch nicht baß auß dem ſo es voꝛ geſehen/ vnnd nimmet in ſeinem werck nicht zu.Der Verſtand aber nimmet in dem Verſtehẽ allwegen zu. Dann es iſt viel herꝛlicher zu

wiſſen daß in der rechten dreyeckechtigen Figur die ſeiten ſo geſtracks gegen dem Eck

vber ſtehet/ ſo viel vermag/ alß die anderen zwen/ ſo darinn begriffen: alß wann manweißt/ daß ein jetlicher Drepangel dꝛey eck hat/ ſo den zweyen geſtrackten gleich ſeind.5 Vnnd dieſes auch/ dann daß man weißt/ daß die groͤſſer ſeiten gegen dem groͤſſeren eck

ſtehet. Vnd widerumb daß es ſich nicht verſchleißt/ nicht alt wird/ noch verdirbt/ dann

das Gemuͤt verſehleißt ſich nicht/ ſondern bleibet allwegen. Dann was verdirbt/ wirdAles alt/ alß die Thier/ die Sinn/ vnnd das Marck in den Gewechſen vnnd Stam-

men. Es mag auch dieſes/ ſo ſich nicht verſchleiſſet/ alt werden: dañ das Alter iſt für ſich

ſelbs ein Verſchleiſſung. Der verſtand mag auch nicht verſchliſſen werden/ dieweil er in

es Leibs alter viel beſſer wirdt. Darumb ſeind die alten/ ſo recht vnderwiſen/ nach vie-ler pꝛtheil/ die Fuͤrſichtigeſten vnd Weyſeſten. 8

Es iſt auch an ihm ſelbs bekanndt/ daß es nicht veraltet. Dann weil es ohn vnderlaß

goch weiter begeret/ vnd in dem hinderen das voꝛder begriffen/ alß in dem Beſchluß die

Anfeng/ vnd was voꝛgangen/ iſt offenbar daß es nicht verſchliſſen wirdt: Wañ du aberBgſt/ Die alten ſeind vergeßliche das gehoꝛt nicht zu der ſach/ weil ſolliches nicht von dẽerſtand herkommet. Sann alle Tugenten nem̃en in dem alter etwas ab/ dieweil ſie

nicht an voꝛgehnder Subſtantz hangẽ/ ſondern allein die erſte vñ ewige. Dieſt aber ſeindleiblich vnd dem alter vnderwoꝛffen. N

ann man auch ein vergleichung thut gegen dem innerlichen/ vermercket man wi-

i derumb daß das Gemuͤt ewig/ weil wir ſehen/ daß es leblicher vnd vollkommener/ denn

die ding/ ſo für ſich ſelbs toͤdtlich/ aber ohngefahꝛ vndan ſeiner natur vntoͤdtlich/ alß die

Seel vnd der materlieh Berſtand⸗ dann es itt hie enn reinere wirckung vnd lieblicher del

die anderen alle. Es verdirbt auch nicht von des Leibs wegen/ wie das Leben/ dañ es mag

dienicht ſeyn well wir verſtehn/ vnd an der Subſtantz ein ding iſt/ oder dieſelbigen an

1 mimmel, alß angezeigt woꝛden. Es iſt auch kein theil des Leibs/ dann ſonſt mußte85 olliger vnd baß bey eib ſeyn denn die Seel auch nicht deſſen wirckung/ ſonſt moͤch-bes die ewigen nieht faſſen ſo ſeiner natur zu wider weren: aueh kein euſſerlieh ding/ da

wurden es ſelbs nieht verſtehn. N i 5 8

Ce allo auch wann man es vergleichet mit dem außwendigen: dann wie das euſſerlichScht die vnvernunfftigen Thier leytet zu rechten wercken/ alß die Seydenwůrm vndchwalben ſalſo thut zu ſollichen das innerlich dem Menſchen: dann er weißt allein

was er thut/ warumb/ wie vnnd was geſtalt. Weil aber das euſſerlich Hecht die gantze

akanrichtet/ vnnd in keiner matery iſt/ ſo iſt das inneruch auch ewig. Daß auch dieſeldes Liechts einander gleich /zeigen die wirckungẽ an. Es iſt auch nichts ſehwerlichsarhinder es woͤlle denn ſemand ſagen es thetten die Thier ſolliches auß natuͤrlichem8 10„Vnnd ob wol ſolliches wenig Weyſe verſtehen 0 haben ſie doch vmb dreyerley90 5 augroſſen zweiffel. Erſtlichen daß man in newen Inſeln ſicht/ daß die Vogelanſ Menſchen kein abſcheuhen haben/ dañ ſie kennen dieſe nicht. Wañ aber dieſe offtolliche oͤdter kommen/ fliehen ſie. Demnach daß wir dieſen 9 2 5 1 1f 1 en