Wie daswarm balderkalte.
cccelxxr Von mancherleh wunderbaren Sachen/werme in das Fleiſch treibet: von welchem(wie anderswo geſagt) die Subſtantz von einander auffgeloͤſet wirdt. Ettliche ding gehoͤꝛen eigentlich zu dem anderen/ alß der Weinzu den Kaſtanien: dann ſie ſieden gar bald darinnen/ ynd ſind ettlichen viel angenem̃er-voꝛab wann der Wein ſuͤß were.„5 eeWas du aber wilt bald kalt zu werden/ das ſetze an die Sofẽen oder kalt oꝛt: die Sonnzeucht die werme darauß/ vnnd leſchet der vmbgehende kalte Lufft die Hitz auß. Alſo ge-ſchicht von widerwertigen dingen eines/ wie auch etwan von einem/ widerwertige dingherfür kommen. Wann aber die widerwertigen Qualiteten vnnd Eigenſchafften vohanden/ ſo verderben ſie die Qualiteten/ ſo jhnen zu gegen ſindt:alſo thut die troͤckne derfeuchte vnnd dem Waſſer:dann man ſagt/ daß inn den Hundstagen der Regen am an-fang bitter ſeye. Die Geſchirꝛ auß Bley gemacht/ werden durch das Fewer nicht be-ſchediget/ wann ſie voll waſſer ſindt: aber mit den Steinenen gehet es anderſt zu. Inndem Diſtillieren vnd vberigen Gleſenen Geſchirꝛen geſchicht das widerſpiel/ wañ mandie zu dem Fewer ſetzet. Dann wann man weiſſe Stein dareyn leget/ ſo bꝛechen ſie nitdann die werme mag nicht ſo ſtarck werden. Alſo rhate ich auch/ daß man die Eymer en
Geſchirꝛ/ die man zu dem Fewer bꝛauchen will/ mit Eyſen/ wo es von noͤhten/wol vel-ſehe/ damit ſie nicht leichtlich bꝛechen. 0 Nh Es lehꝛet auch Vitrumus Windgeſchirꝛ zu mache/ wie du das hieſie-heſt: ſie ſind ſchier wie eines Menſchen Haubt/ allenthalben beſchloſſendenn daß ſie ein rhoͤꝛlin habe/ durch welchen dieſe/ weil ſie Waſſer halten“de Wind außlaͤſſen/ wañ man ſie zu dem Fewer ſtellet/ vñ alſo das Feweran blaſen. Dann wann ſie warm werden/ wird auß dem Waſſer uf,3 vnd wird von dem Lufft das Fewer angezündet/ alſo bleibt durch ein vmgang die werme vnd der Lufft. Wann man ein Kanal oder Nhoͤꝛen dargegen vber e 1chet/ wird er Waſſer an ſich ziehen wann er hineyn gelaſſen/ nicht allein von wegen 1 5naturlichen ablauffs des Waſſers/ ſondern auch vmb der werme willen: dann die w 1 fmel wie an einem anderen oꝛt geſagt woꝛden) zeucht an ſich. Alſo machet man auc)Geſchirꝛ/ welche ein eng Loch haben/ voll dann wann du Waſſer hineyn thuſt/ vndLufft nicht hinauß mag/ ſo lauffet das Waſſer auch nicht hineyn: darumb thut 1Kauder oder Werck dareyn/ vnd zuͤndet es an/ oder wann ſie von dem Fewer erwerz 4woꝛden/ fuͤllet man ſie/ vnd kehꝛet etwan das ober an dem Geſchirꝛ vnderſich. Die 65 50
ſenen Eher aber ſo allein ein klein Loeh haben/ laſſet man den Lufft an ſich ziehen /o en
ſtoſſet ſie gleich vnder das Waſſer/ vnd wenn man dieſes zum offteren mal thut werd ar
ſie allgemach erfuͤllet: ſonſt mag man dieſe nicht fuͤllen: dann der Lufft iſt dermaſſah ee
wider/ daß wann man ein Papier zu vnderſt inn dem Geſchirꝛ/ welliches auch ein 5Mundtloch hette/ auff ſpannete/ vnd man das Geſchirꝛ oder Krug alſo vmbkehreke 1 5alſo lang geſtrackt vnder dem Waſſer bleiben lieſſe wurde das Papier nit naſſz webdann der Lufft laſſet das Waſſer nicht hinauff fahꝛen.. eDieweil wir aber hie der Krůgen gedencken/ verdreiſt mich nieht des Ioachim 95 anExperiment hieher zu ſetzen. Aber es iſt von noͤhtẽ/ daß ich alles eigentlich anzeige. dickleget auff zwen Gleſene Kruͤg/ welche voll Waſſer ſind/ ein Holtz ſo eines Fing 6. 15iſt/ alſo daß es die Kruͤg kaum zu euſſereſt anruͤret/ vnd hawet alſo mit einem cbtdas Holtz von einander/ vnd bꝛechen die Geſchirꝛ nicht. Es muß aber des 1 merſchneide durch den Wetzſtein wol geſcherffet/ das Holtz gruͤn/ die Krůg oder besgleich hoch/ das Glaß ſteiff vnnd dick/ vnnd der Streich gleich ſeyn: doch gerhate DaPꝛob vielen gar vbel. Es iſt aber nit vmbſonſt angezogen von des Geſchirꝛs f onich hab ein Glaß mit Leder vberzogen/ welliches nicht brichet/ wann es ſchon Geſchidieſer herte haben wir anderswo ein ander Exempel geben. Darumb ſind diefe ſehal-vmb ſo viel beſſer/ denn die Huͤltzernen vnd Metalliſchen/ die Waſſer darinn zu be!
ten/ je minder ſie ſtarck vnd ſicher ſinde.* i Diewel
.