Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
DCXL
JPEG-Download
 

derl Von manch erley wunderbaren Sachen/ſeyen. Wir haben auch keine ewiſſe Argument anzuzeigen daß dieſe ſeyen/ dieweil dieGeſpenſt gar nicht von denen geſehehen/ ſondn auß ſhꝛen eigenen Viſachen. Wer wol-le ſich nicht ab dem Fewꝛigen ſtarcken Geſchuͤtz verwunderen dann wann deſſen Vꝛſa-chen nicht bekanndt/ moͤchte man ſagen/ der Teufel thete dieſes. Es iſt aber gewiß/ daßdieſes nicht wahꝛ. Alſo mag man auch von den Gauckleren ſagen. eEs moͤchte vns aber einer fuͤrwerffen/ daß deren noch zu vnſerer zeit in der ToꝛellenN Geſchlecht bleibe. Ich will aber die Hiſtoꝛien anzeigen. 5fache dee Es iſt ein fuͤrnemes Geſchlecht vom Adel zu Parma/ ſo Toꝛellen beiſſet/ dieſe(wieToten ich hoͤr) beſitzen ein Schloß /in wellichem ein groſſer Saal iſt: in demſelbigen ſicht mannun bey hundert Jaren vnder dem Camin ein altes Weib/ ſo offt jemand auß dem Ge-ſchlecht ſterben ſolle. ß55

Es hat mir auff ein zeit ein Tugentreiche Fraw deſſelbigen Geſchlechtes geſagt/ mitnammen Paula Barbiana/wie wir mit einander zu Belzoioſien zu nacht geſſen/ es ſeyeein Tochter kranck gelegen/ vnd weil man das alte Weib geſehen/ hat jederman vermeynet ſie wurde ſterben: aber es iſt das widerſpiel ervolget: dann dieſe iſt darvon kommenvnd iſt einer deſſelbigen Geſchlechts/ ſo noch geſundt geweſen/ gaͤling geſtoꝛben. Manſagt/ daß dieſelbige alte Fraw/ wellieher Geiſt man jetzundt ſicht/ gar Reich geweſ en-vnd voꝛ zeyten vmb des Gelts wegen von jhꝛen Kinds kindern ermoͤꝛdet/ zu ſtuͤcken ge-hawen/ in dz Heimlichgem ach gewoꝛffen woꝛdẽ. Es iſt gewiß daß dieſes kein erdichteFabel/ ſondern eigentlich wahꝛ iſt/ oder auß langwierender Red haltet man dieſes beyjhnen für ein Wahrheit/ voꝛab weil dieſes dem Edlen hohen Geſchlecht/ dar zu dieſee

Geſpenſt zu Schmach vnd Schand dienet. Deshalben werden ſie ſagen/ es ſehe nicht

ein jeder dieſe Geſpenſt/ vnd ſolliches vmb mancherley Viſach..

Erſtlichen wann nicht ein ſehꝛ groſſe Schand begangen/ alß inn dieſem Fall/ einGroßmutter von jhꝛen Kinds kindern/ ein altes Weib von des Gelts wegen /darzu zelriſſen vnd in das Heimlichgemach gewoꝛffen. Alſo geht es auch zu mit denen/ ſo von jh-

rer boͤſen Thaten wegen von dem Boͤſengeiſt beſeſſen/ welliehe jhꝛ Mutter oder Bin,der getoͤdtet/ alß Oreſtes, Nero vnd Caracalla. Dann es iſt nicht billich daß alle ſoltenbeſeſſen werden/ welliche einen Menſchen vmbbꝛingenn.,Demnach/ wann die Vbelthat vngerochen bleibt. Dann wann man die Boßhaff-

Agen geſtraffet/ iſ die Schuld zu gutem theil bezahlet. Wie denn dieſes zum offtern manA ͤ,jollo bezeugt wann man dieſem je glauben will. 5Diedritte Vꝛſach iſt/ wann der ſo zu todt geſchlagen/ ein vberauß frommer Man

geweſen/ welliches Froſmikeit die Adraſtiam ſolliches zu rechen bewegt vnd anreitzetodergantz boßhafftig/ alſo daß dieſer ſein eigenen Geiſt zu der Rach treibt/ wie von KeyſeCaligula beſchloſſen/ wie an einem anderen ort angezeigt woꝛden. Es iſt auch wogleublich/ daß dieſes vaſt ein boffhafftig Weib geweſen ſeye/ weil ſie ſo viel Gelt vber-kommen/ daß es jhꝛ Leben gekoſtet. Ich weiß dieſes wol/ daß des Hauß Eynwohnerinn wellichem Aloyſius Donatus der Rhats her: zu Venedig erſchlagen/ ei ebe

in groſſem Schꝛecken geweſen. Entweder daß es wahꝛ geweſen/ oder damit 00 1ſter wolfeiler empfahen mochten. Zwar dieſer iſt gar ein boß hafftiger Seekt

Zaum vierdten/ wann dieſer ſo zutodt geſchlagen/durch Teen eee

ein andere weiß Edel vnd gantz beruͤmpt geweſen. Dann die Geyſter nenteeines jeden an/ ſondern allein deren/ ſo einen groſſen Nammen auß ettlichen beſond

Vꝛſachen tragen. Alß M Brutus, M. Antonius, Socrates, lulianus, vnd andere dechen ec eſfenssnsnsnn 1Nga e Daß man aber die Todten bey den Greberen in dem Feld zu nacht ſicht,beſon bo-der Grebe. Erſehlagenen/ oder nicht tieff begrabenen/ vnd die in jhꝛem Leben rauſam geweſen undrn geben. rab von denen/ wellichen dieſes vnbekanndt/ iſt gantz Natürlich. Dieweil der feuc perflriſch Leib des Menſchen/ ein beſtendigen Dampff nach ſeiner groſſe von ſmegibt 4