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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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DCLVII
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er

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lich verſtanden/ daß dieſes ein lůfftiger Leib geweſen.

Pfand ich gar ein kalte Hand an dem Rugken/ vnn

Das Sechtzehe

wañ einer mit eind reif ſtuck /damit man die Weinfeſſer bindet/ daran ſi chlͤge. Da ſagt

ich: Was iſt dieſesed Juͤngling ſpꝛach: Foꝛchte dir nicht/ es iſt ein anheimiſcher Geiſt/

Jo Folleten genennet/ welcher ſonſt niemandt nichts zu leid thut. Er iſt vns auch ſeltenvberlegen wie jetzunder/ ieh weiß nicht was jhm angelegen iſt. Hiezwiſchen iſt der Juͤng-ling entſchlafen/ hatt ich ein groſſe verwunderung ab dieſem Handel/ des halben habich gantz fleiſſigklich gewachet. Wie nun dieſer ein halbe Stund ſtill geweſen/ empfinde

ich daß er mir den Daumen zu oberſt auff das Haubt leget⸗ vnd dieſes voꝛ groſſer kelte:

dann er that die Hand gar nicht zu da ſtunde ich gar in groſſer angſt/ vnnd mercket fleiſ-ſigklich darauff/ alſo leget er den Zeigfinger vnd Mittelſinger⸗ vnd letſtlichen auch dievberigen darauff/ daß der kleineſte ſchier biß auff die Stirnen gieng: die Hand ware wieeines

merckete ich auff: da rucket er allgemach mit der Hand/ vnd mit dem Goldfinger voꝛanbiß er mir in das Angeſicht/ vnd vber die Naſen fuhre: dieſes ware die lincke Hand/ wie

ich auß d gelegenheit vermerckettletſtlich kam er zum Mund/ ſtieſſe ſchon die voꝛderẽ

theil der zweyen erſten finger dareymda argwonet ich etſwas böſes/ er woͤlte mir vieleicht

in den geib fahꝛen/ vnd treib jhn mit der rechtẽ Hand h inweg: Al

chete ich nichts deſterminder/ dann ich wolte dieſem Geſpenſt nicht wol vertrawen. 5Wie ich nun auff dem Rugken ruhete vnnd ſich ſebier ein halbe Stund!

war er widerunb voꝛßanden/ vnnd vollbꝛacht alles leiſzz denn voꝛhin: doch nichleſß(wiewol er mit gantzer ſtille vmbgangen) daß ich nnemochte. Wie er mir wider zu dem Mund komen /tich eigentlich/ daß er mir begeret in Leib zu fahꝛe es i weiAngeſicht vnd die Zeen deſſen kelte an den Finger pfunden/ haben doch die Lippenoder Lefftzen/ welliche ich hert zu gehalte/ dieſen nieht moͤgen hinderen:darumb ich gentz-

n Alfo bin ich auff geſtanden/ vnd nicht anderſt vermeynet/ den dieſes were vieleicht des

krancken Seel/ welliche nach jhꝛem außfahꝛen/ von ſhe ſelbs/ vnſerer alten Freundt-ſchafft wegen/ zu mir keme.

ö mir keme. Alß ich angefangen gegen der Thuͤrẽ zu gehen/ gieng die-ſervodan vnd elopffet an der Wand: wie ich zu der Thüren komt llopffet e außwen-dig: wie ich auffgethan/ klopffet er am Thurn: der Mon ſchain/ da gieng ich für mich/

damit ich · jhn ſehe/ da klopffet er an einem anderen oꝛt des Thurns: da volget ich ſhmnach/ aber er giens an ein ander oꝛt. Wie er mich nun ein gute weil alſo vmbgezogen-

gienge ich zu dem krancken vnnd fande ſhn noch lebendig/ wie wol es gar vbel vmb jhn

ſtanden: dann in der volgenden nacht iſt er geſtoꝛben. Wie ich mit den Vmbſtenderen

geredt/ empfinden wir eines gereuſches vnnd zitterens/ alß wann das gantz Hauß wolteauffallen ꝛſtehe da iſt der Junguns/ wellicher bey mir geſchlafen hinden an mir halber

, Dieſer zeiget nut die viſach feiner foꝛeßt an ſprechende: Wie ich ewachet/ em-c de d vermeyneke nicht anderſt/ denn eswere deine/ vnnd woͤlteſt mich auß dem Schlaaf wecken damit wir mit einander zu

8 dem Bruder giengen/ vnnd ſehen was er lebte: darumb that ich dergleichen alß wann ich

ſch e vf ruhete/ vermeynende du wurdeſt allein auffſtehen/ wan du vermerckteſt daß

ich ſch lieffe. Wie ich aber empfunden daß du nicht auffgeſtandẽ/ vnd mir die kalte Hand

mehꝛ beſchwerlich /deñ ich erdulden moͤgen/ ſtrecket ich die Hand hinauß/ damit ich dei-

nee hinweg thete: da empfand ich daß das oꝛt laͤr warmlechtig war: da gedacht ich erſtwiderumb an Follett/ vnd vermeynet er hette dich hinweg getragẽ/ vnd woͤlte mich nun

glich Vinneitten. Auß ſollichem ſe chꝛecken bin ich eylends auffgeſtanden/ vnd die Stiegt/

Anbei gemocht/ hinab gelauffen: muß alſo bekennen/ daß ich die zeit meines Lebensgroͤſſerer Angſt vnd Foꝛcht nie geweſen bin. 8Es iſt

eines zehen jerigen Kinds ſo viel ich auß der groſſe abnemen moͤchte/ vnd gleich wie einGoloſſen aberalſo falt daß ſie nir nicht em wenig beſchwerüch geweſen. Doch frawe⸗ 5ke ich mich darneben daß ich ein anlaß bekom̃en/ ſollichen Handel zu erfahꝛen/ darumb

ſo ſehweige er/ nd wa-