Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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DCCCI
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Das Dꝛepzehende Buch. deccj

ſuͤß geweſen iſtdann von der werme des Pechs wird der Wein hernach erhalten/ die kel-te aber des Waſſers verſchaffet daß er nicht giert oder gißt/ damit die ſüͤſſe darvon kom̃e.

Von der Werme wird der Moſt zu Wein gemachet. Es mag auch der Moſt behalten

werden/ wann man weiſſen Senff darzu thut. 5 5Wañ die Wein truͤb werden/ ehe den ſie gar verderben/ ſo thu jhm alſo. Iſt der Wein zu lone.rot/ nim zwey oder mehꝛ Eyerdotter: wann er aber weiß iſt/ allein das klar/ darzu auchBachſtein zerſtoſſen/ den dꝛitten theil/ gut rein Salt zwen theil/ laß es alſo dꝛey tagmit einander vermiſchet ſtehen/ ruͤr es alle tag fuͤnff oder ſechs mal: man muß aber zu-voꝛ den Wein in ein ander ſauber Faß laſſen/ das wird jhm wider helffen/ wo er anderſt fnoch wider zu bꝛingen iſt. Es iſt beſſer wann man ſo viel Honig/ alß Saltz darzu thut.Dann dieſe dꝛey ding Honig/ Eyer vnd Salt/ reinigen alle ſafft der Stein aber hilf-fetpiel ndert ziehen 8Wañ du zweyerley Schoß zweygeſt oder eynſetzeſt die in der mitte von einander ge⸗ Fonſchnitten ſind/ alſo daß das Marck bleibe/ nd ſie denn zuſaſſien fuͤgeſt/ ſo wirdſt du auß*einem Baum/ vnd auß einem Aſt/ zweyerley farben fruͤcht haben. Das geſchicht allermeiſt in den Weintrauben/ alſo daß rot/ weiß/ vnd gruͤn an einem Stammen wachſen.Es werden auch die Frucht der Beumen nicht allein von dem eynſetzen verenderet-ſondern wann der Stammen abgeſehnitten/ vnd darauff andere Zweyg geſetzet werdẽ*wird der Baum viel andere Frucht/ denn vor/ bꝛingen. Dann von dem pflantzen vnnd

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zweygen wird ein jeder Baum zam vnd weich gemach et.Warumb haben aber die Roſen don? Darumb daß ſie wol vnd ſtarck riechen ſollen/vnnd darneben nicht hitzig/ ſondern lieblich ſindt. Die kalten Geruͤch erquicken auch dasGemuͤt vnd leblichen Geyſter baß/ dañ das Hirn wird durch viel hit/ von wegen ſeinerbeweglicheit vberladen. Darum̃ hat die Roſen ein jrdiſche Subſtantz ſo hitzig vnd duͤnniſt/ ſonſt hette ſte kein lieblichen Geruch. Damit aber die Matery vnd Geruch niergentzerſtrewet vnd hinauß keme/ hat ſie ein dicke doꝛnechtige rinden vberkommen. eWie gehet es aber zu/ daß etliche Beum/ die alle zeit gruͤn ſeind/ durch das gantze ſarblůen/ alß die Negelein/ desgleichen findet man an den fruchtbaren die Frucht? DennGluſt oder Blůe mag man haben wann die Beum in einem warmen oꝛt behalten wer-den/ alſo daß ſie fein grunen/ vnnd zu Herbſt zeiten ſehen alß wann ſie erſt wuͤchſen.Dann ein jedes Erdgewechs blůet in ſeinem gruͤnenden alter/ ob Edlen mitten im6 r! ß 8Die Ruͤben wach en in Italia mechtig groß/ alſo daß etliche auff hundert pfund ge⸗ Sieſſe xewegen. Sie haben aber der feißten Feuchtigkeit viel: dann auß jhꝛem Saamen(wie an-derſtwo geſagt) zeucht man viel oͤl/ynd fůrnemlich auß den langen Nuͤben.Die feuchteren Fruͤcht/ alß die Granatapffel/ Pyren/ Weintrauben/ moͤgen behal-ten werden/ wann ſie an einer ſchoͤnen vnnd luſtigen zeit abgeſchnitten vnnd die faulenbeer abgerupffet werde /ſo es Treubel ſeindt. Denn Stiel aber ſoll man in heiſſes Pech74 oder Wein ſtoſſen vnd doͤꝛren/ darnach zwen tag an die Sonnen hencke/ vnd alſo in dieSpꝛewer oder Stro legen/ daß keiner den anderẽ anruͤꝛe. Dann dieweil alle feulung vonder wiſſerigen feuchtigkeit kommet/ vnnd dieſe alſo verzehꝛet wird/ ſo koͤnnen ſie nichtfaulen. Sie wird aber aller meiſt in dem Stiel verzehꝛet/ durch welchen ſie auch hin-eyn kommer. 5Welche Fruͤcht man alſo gantz eynmachet/ die nimmet man ab ehe ſie gar zeytigen/vnd reiff werden/ alß Ruͤben Nuß/ vnd Limonen. Man weſſeret ſie lang/ vnd ſchuͤttfür vnd für friſches daruͤber. Man ſeudet ſie biß daß ſie weich werden/ doͤꝛret ſie darnach

an dem Schatten/ vnnd wann ſie mit Honig oder Zucker ob dem Fewer verſchaumet

ſeind/machet man ſie enn. 55Honig vnd Zucker reiniget man mit dem weiſſen von dẽ Ey /weil man ſie ſeudet vnd

kochet. Vnd wann die tropffen bleiben vnd zuſamen lauffen/ ſo ſeind ſie genug.