VII
theilung lehrreicher Erfahrungen und heinerkenswerther wirklich vorhand-ner oder möglicher Fälle in diesem Fache — worin ich namentlich demHrn. Maschinendirector Brendel in Freyberg sehr viel verdanke, — alsauch durch die gütige Gestattung völlig ungehinderter Einsicht in alle vor-handne, diesen Gegenstand betreffende, schriftliche Nachrichten es mirmöglich machten, in dieser vorliegenden Abhandlung einen Versuch zugeben, den gegenwärtigen Stand der Grubenmauerung deutlich, und, soweit ich vermochte, umfassend darzustellen.
Aus dem, was ich über die erste Veranlassung und das Entstehendieser Anleitung bemerkt habe, geht schon an sich hervor, dass das darinEnthaltene zuförderst und vornehmlich für den Sächsischen und solchenBergbau geltend ist, welcher unter gleichen oder ähnlichen geognostischenVerhältnissen auf eine, von der bey ersterem gebräuchlichen, wenig ab-weichende Art betrieben wird. Demnächst werden sich jedoch aus dendarin angegebnen Verfahrungsarten unter den nöthigen Abänderungen auchallgemeinere Regeln für jeden anderen, vorzüglich Gang -Bergbau, ablei-ten lassen.
Auch einige, in Sachsen weniger oder gar nicht angewendete Maue-rungsarten, welche mir bekannt wurden, habe ich, grösserer Gemein-nützigkeit halber, mit angeführt. Unter diese gehörig, habe ich auch,als Anhang, die in Sachsen niemals, und w T ohl überhaupt nicht leicht beyirgend einem Gang-Bergbaue vorkommende Mauerung in schwemmendemGebirge, beygefügt. Ich hoffe auf die Entschuldigung des Verfassers die-ses, bereits früher in Karstens Archiv für Bergbau und Hüttenkunde,Band IX. Heft 1 . p. 153. bekannt gemachten Aufsatzes des Hrn. Berg-meister Thürnagel zu Tarnowitz in Oberschlesien, wenn ich denselbenstatt des in der Erlerschen Anleitung gegebnen Auszuges aus einem Reise-Journale des damaligen Berggeschwornen Baldauf zu Schneeberg, (nach-maligen Oberkunstmeisters zu Freyberg,) und des ehemaligen Werkmei-sters Heym zu Freyberg, wörtlich aufgenommen habe, da der Zweck:eine deutliche und umfassende Uebersicht dieser von allen übrigen ganzabweichenden Mauerungsart zu geben, wohl auf keinem anderen mir be-kannten Wege vollkommner und entsprechender erreicht werden konnte.
Die in der neuesten Zeit vielfach angestellten Untersuchungen überKalk und Mörtel sind der Gegenstand so allgemeiner Aufmerksamkeit ge-worden, und haben zu Resultaten geführt, von denen die früher geheg-ten Ansichten zum Theil so ganz verschieden sind, und sie dürften da-her endlich auf alle Bauausführungen und Mauerungs - Ablagen leicht einenso allgemein bemerkbaren Einfluss äussern: dass ich um so weniger Be-denken getragen habe, diesen Gegenstand etwas weitläuftiger zu behan-deln, als der Zweck der vorliegenden Anleitung eigentlich gestatten, undals es wohl auch ausserdem geschehen seyn dürfte.