Es mufs zwar, mit wenigen Ausnahmen, jeder herzustellenden Grubenmauerungerst die sogenannte verlorne Zimmerung vorausgehen, wobey einiges Holz verwendetwird, welches man selten völlig wieder herausnehmen kann; auch sind zum Kalkbren-nen entweder Holz oder Steinkohlen erforderlich; doch beträgt diefs Alles zusammennicht so viel, als zu regelmäfsiger Zimmerung nöthig gewesen seyn würde, und üher-diefs braucht man diesen Aufwand bey der Mauerung nur ein Mal, während er sich beyder Zimmerung alle 4 bis höchstens 8 Jahre wiederholt.
§• 12.
Der specielle Nutzen, welchen die Mauerung für die Gewerkschaften hat, wird auffolgende Punkte zu bestimmen seyn:
1) Sie hat eine bey weitem längere Dauer als die Zimmerung, und überträgt dadurchden zu ihrer Herstellung erforderlichen greiseren Aufwand mehrfach.
2) Sie giebt Ersparnifs in ihrer Unterhaltung, sowohl in Rücksicht auf Materialien,als auf Aufsicht und Zeit.
3) Sie hält einen weit stärkeren Druek ab als die Zimmerung.
§• 13.
Die Gröfse der verhältnifsmäfsigen längeren Dauer der Mauerung gegen die Zim-merung läfst sich im Allgemeinen um so weniger angeben, da die absolute Dauer derZimmerung sehr verschieden ist.
Während sie in einzelnen Fällen bey stattfindendem geringen Drucke und gutenGrubenwettern 20, 30 und mehr Jahre stehen kann, bevor sie einer gänzlichen Aus-wechselung bedarf, so dauert sie unter den entgegengesetzten , ungünstigen und zwarWeit häufiger stattfindenden Umständen, oft 11,11 8,6 oder 4, ja Wohl zuweilen gar nurty Jahr. Es dürfte daher die von Delius in seiner Bergbaukunst als ein erst noch künftigaufzulösendes Problem angesehene Frage: „ob die Grubenmauerung gegen die Zimmerungeinen wirklichen Nutzen brächte,“ jetzt nur noch in höchst seltnen Fällen ein solchesseyn, wenigstens nicht mehr in dem Falle, wenn das Holz, wie der genannte Verfasservom Eichenholze annimmt, keine gröfsere Dauer als von 40 Jahren hat, indem sowohlin Freyberger als in anderen Revieren viele Mauerung vorhanden ist, die über ein Jahr-hundert schon gestanden hat, und noch Jahrhunderte stehen wird, ohne einer Reparaturzu bedürfen.
§. 14.
Auch läfst sich nur in sehr wenigen Fällen die Geld - Ersparnifs genau angeben,welche auf einem gewissen Grubenbaue, in einer gewissen Zeit durch die Mauerunggegen die Zimmerung gemacht werden kann. Zu dieser Bestimmung ist erforderlich:
1) Dafs der Grubenbau mehrere Male in neue Zimmerung gesetzt worden seyn mufs.
2) Dafs man die Zeit, wie lange die Zimmerung gestanden, und
3) den Aufwand, den die neue Hineinbringung jedes Mal erfodert hat, genau kennt.
4) Dafs dieser Bau wirklich in Zimmerung gesetzt worden seyn mufs.
5) Dafs auch dabey die Kosten genau angemerkt worden sind.
Uni zu zeigen, dafs auch bey verschiednen Preisen der Materialien die Mauerunggegen die Zimmerung in öconomischer Hinsicht Nutzen bringt, werde ich einige Bey-spiele sowohl aus älterer als aus neuerer Zeit aufführen.
1) Schachtmauerung.
Ein schon von dem ehemaligen Hrn. Ober-Berg-Hauptmann von Trebra, in seinenErfahrungen vom Innern der Gebirge, angeführtes Beyspiel ist folgendes:
Stellt man ferner das obenangegebene Durchscbnittsquantum der jährlich auf den Stölln verbrauchtenHolzmaterialien von 1792 bis mit 1796 und von 1822 bis mit 182G, mit den Stollnlängen zusammen,und berücksichtigt, dafs 1792 die gesammte Stollnlänge 55946§ Lr. betrug, welche bis 1790 gemein-jährig 763§ Lr. Zuwachs erhielt, wobey auf Zimmerung jährlich 13423 Thlr. 16 gr. 3 pf. verwendetwurden; im Jahre 1822 aber, nach Abwertung bedeutender Längen, die gesammte Erlängung G9944|§Lr., von 1822 bis 1826 der jährliche reine Zuwachs 675J Lr., das auf Zimmerung verwendete Quan-tum jährlich 18542 Thlr. 1 gr. 7 pf. betrug, dafs endlich von 1792 bis 1827 auf die Ausmauerung derStölln 271319 Thlr. 10 gr. 11 pf. verwendet wurden: so wird hieraus die TJeberzeugung hervorgehen,afs das, an sich zwar gröfsere Quantum verbrauchter Materialien, in den letzteren Jahren, wovon einander 1 au ^ * n derselben Zeit weit häufigeren Tage- und anderen Baue, so wie auf manche
rung e z ^ JIUS * , ände, z. B. die Mehrzahl der Pfosten, auf die seitdem eingeführte Ungarische Hundförde-, -,.^„ r ^Ü 1 ’ nen se yn dürfte; eine weit bedeutendere Höhe erstiegen haben müfste, wenn keine Maue-rung ausgefnhrt worden wäre.
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