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[Grundw.] (1831)
Entstehung
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die bindende Kraft des Mörtels, vornehmlich bey allen aufserhalb des Wassers stehen-den Bauen, sehr schwäche, so haben hingegen neuere Untersuchungen und sehr genaueForschungen, welche, in Deutschland vorzüglich Doct. John , in Frankreich Vical ,Berthier , Treujsart , in Rufsland Baucourt de CkarlevUle , über diesen Gegenstand an-stellten, die Ansichten völlig geändert, und ich werde daher weiter unten, bey derMörtelbereitung, die hauptsächlichsten der bisher erlangten Resultate zusammensteilen.

§ 15 .

Um den Kalk zur Mörtelbereitung geeignet zu machen, wird er gebrannt. Durchdas Brennen wird die darin enthaltne Kalkerde von dem Wasser und dem gröfstenTheile der Kohlensäure befreyt, indem der Wärmestoff mit ersferem in Dämpfen, mitletzterer, als kohlensaures Gas entweicht. Etwas Kohlensäure bleibt jedoch bey demgewöhnlichen Brennen im Grofsen bey dem, nunmehr kaustischen, Kalke zurück.

Von einer durch das Brennen eingeleiteten chemischen Verbindung der Kalkerdemit den aufser ihr im Kalksteine enthaltnen übrigen Erden und Metalloxyden, werdeich weiter unten mehr erwähnen.

§ 16 .

Das Brennen des Kalkes geschieht in Oefen von verschiedenartiger Einrichtung,mit Holz, Torf, Steinkohlen, so wie unter verschiedner Behandlung. In einigen Ge-genden Englands hat man jedoch auch eine Weise, den Kalk in gröfseren Stücken,in nach Art der Kohlenmeiler zusammengesetzten Haufen, mit Holz zu brennen, welchezum Zusammenhalten der Hitze, von aufsen mit Rasen bedeckt werden. Man soll durchdieses Verfahren einen besseren Kalk erhalten, als durch die früher daselbst gebräuch-lichen grofsen , nicht tiefen Oefen.

Die zu einem Brande in den gewöhnlichen grofsen Oefen nöthige Zeit beträgt,das Anfeuern zum Abtreiben der Feuchtigkeit und das Auskühlen des Ofens mitgerech-net, im Durchschnitt, nach Art der Behandlung, 5 bis 8 Tage.

Bey den kleineren Oefen mit Steinkohlenfeuerung hingegen, kann die Arbeit un-unterbrochen fortgesetzt werden.

§ 17 .

Es besteht hierbey die Meinung, dafs der Kalk durch zu lange Einwirkung desFeuers todtgebrannt, d. h. dafs ihm die Eigenschaft benommen werde, sieh nach demBrennen im Wasser zu löschen. Diese Meinung ist nur in so fern gegründet, dafsdurch zu grofse Hitze die in dem Kalksteine enthaltenen fremden Erden mit der Kalk-erde in einen Zustand der Verglasung übergehen, welcher alsdann im Wasser keinAnsaugen und Zerfallen mehr gestattet.

Diefs sogenannte Todtbrennen wird daher um so eher eintreten, je gröfser dasVerhältnifs der beygemengten Erden ist, und oft mag diefs gegen die Menge der vor-handnen Kalkerde selbst so bedeutend seyn, dafs der Kalkstein unter allen Umständenschon an sich zur Mörtelbereitung untauglich seyn würde. Völlig reiner Kalkstein hin-gegen, wird in gewöhnlichem, auch noch so lange fortgesetztem Ofenfeuer nie todtge-brannt werden.

§. 18 .

Die Vollkommenheit und der Grad des Brennens läfst sich vorzüglich auf zweyer-ley Art untersuchen, welche beyde eigentlich auf einem und demselben Grundsätze be-ruhen.

Die erste besteht darin, dafs man ein Stück gebrannten Kalkstein, so wie er ausdem Ofen kommt, folglich ehe er noch durch längeres Liegen wieder Kohlensäure ausder Luft an sich gezogen hat, in Wasser wirft, zerfällt derselbe mit Erhitzung und Auf-brausen zu Pulver, ohne feste, unauflösliche Theile zurückzulassen, so ist er gut ge-brannt; aufserdem ist er nicht gut durchgebrannt, oder es sind auch die zurückbleiben-den Theile ganz fremdartige Gemengtheile.

Wenn diefs letztere die Ursache des langsamen Zerfaliens ist, so kann der Kalk,gemachten Erfahrungen zufolge, immer noch zu Wasserbauen, und gerade zu diesensehr vorzüglich anwendbar seyn.

Als eine zweyte Probe gilt gewöhnlich die, dafs man, wenn der Kalk nach demLöschen abgekiihlt ist, eine Handvoll aus dem Wasser nimmt, und nach und nachdurch die Finger drückt. Knetet er sich glatt, und ohne einen Rückstand in der Hand