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[Grundw.] (1831)
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berg, gegebnen Gutachten seinen Platz finden lasse, in welchem eine Vergleichungder bey grölseren Mauerungsplänen zu berücksichtigenden Hauptverhältnisse, wie siein Schneeberg, mit denen, welche in Freyberg und mehreren der obergebirgischen Re-viere statt finden, enthalten ist:

1) Der Freyberger, und eben so der Annaberger, Bergbau wird wesentlich imGneuse betrieben, dessen Schichtung von 4, 12 bis 20 Zoll Mächtigkeit vorkommt,und unter 10 bis höchstens 45 Grad nach verschiednen Weltgegenden einschiefst. Diein diesem Gebirge aufsetzenden Gänge fallen in allen Richtungen der Teufe zu, undschneiden die Schichtungskliifte unter Winkeln, welche durchschnittlich dem rechtennäher sind als dem spitzen von 30 Grad.

2) Der Schneeberger Bergbau wird in Glimmer - und Thonschiefer geführt, dessenGefüge feinblättrig ist, und dessen Schichtung von 3 bis 8, höchst selten bis 30 ZollMächtigkeit vorkommt und im Durchschnitte 20 bis 60 Grad, Stunde 9 bis 11 gegenMitternacht-Abend, einschiefst. Die Mehrzahl der in ihm aufsetzenden Gänge schneidetdie Schichtungsklüfte unter dem spitzen Winkel von 30 Grad, und nur wenige nähernsich dem rechten. Fast alle Gänge, auf welchen die Stölln Morgengangweise in dasvorliegende Gebirge herangetrieben sind, streichen und fallen der Schichtung mehr oderweniger conform, z. B. der Kaiser Heinrich Stehende, der Neu Gliicker Spat; der Ro-land Morgengang geht fast auf der Richtung der Schichten selbst fort; auch ist Neben-gestein und Ausfüllungsmasse dieser Gänge druckhafter, als bey den übrigen, derenGangmasse Quarz ist.

3) Die Zerklüftung des Gneuses zeigt sich mehr im Ganzen, als in einzelnen Thei-len, die des Thonschiefers aber in beyderley Gestalt, daher z. B. ein Gneusberg mehrin grofse Massen, und ein Berg aus Glimmerschiefer mehr in kleine Stücke zerfallen würde,wenn durch eine hinreichende Kraft ein Ereignifs dieser Art veranlafst werden sollte.

4) Der Gneus erscheint weniger verwitterbar, als der Glimmerschiefer, bei wel-chem die Art und Zerklüftung der ihn durchsetzenden Gänge mit einwirkt. Die Feuch-tigkeit scheint den Gneus weniger anzugreifen; die Auflösung des Schneeberger Glim-merschiefers hingegen, vorzüglich durch die Beymengung der Hornblende begünstigtzu werden, so dafs derselbe, sein Volumen vermehrend, sich in eine weiche Masseumwandelt.

5) Die Mehrzahl der Gänge in der Schneeberger Bergamtsrevier ist nicht nur ansich, sondern auch wegen der vielen abgehenden und wieder herankommenden Neben-trümer und Klüfte, also wesentlich rücksichtlich des durch ihr Aushauen entstehen-den leeren Raumes mächtiger, als die in der Freyberger; auch ist nicht selten das Ne-bengestein in der ersteren aufgelöster, als das in der letzteren.

6) Die in dem Glimmerschiefer vorkommenden fremden Lager als Grünstein,Alaunschiefer u. s. w. sind von ungleich mehr Zerklüftung des Gesteines begleitet,als die Mehrzahl der im Gneuse.

Der Quarzgehalt des Gneuses ist zwar gering und gleichförmig vertheilt; der all-gemein verbreitete starke Feldspathgehalt aber macht, dafs das Ganze spröder wird,und beym Bohren besonders gut zusagt. Im Glimmerschiefer hingegen kommt derStarke Quarzgehalt innig gemengt, oft jedoch auch in Knollen von mehreren Cubikzol-len, vor, ist aufserordentlich fest, und greift das Gezäh sehr an.

Der Glimmer kommt im Gneuse mehr in abgesonderten Stücken, im Schneeber-ger Glimmerschiefer hingegen mehr in das Ganze gemengt, vor, daher er einen star-ken Zusammenhang bewirkt, der von dem Bergmanne, rücksichtlich des Bohrens, durchpelzig, zähe, bezeichnet wird.

7) Das Oberflächen-Ansehn des Gebirges bey Schneeberg ist sehr verschieden vondem bey Freyberg; ersteres ist, der tiefen Thäler und Schluchten wegen, steil, fastprallend, während letzteres mehr ein Plateau darstellt. Taf. XXXI. Fig. 169.Fig. 170.

8) Vergleicht man die bis jetzt verstellten Gänge in Schneeberg mit denen inFreyherg und Annaberg, so will es mir Vorkommen, als ob sich ihre Mächtigkeit, derMehrzahl nach, wie die Zahlen 4:3:2 verhielte, und die Nebentriiiner und über-setzenden Klüfte etwa in dem Verhältnisse, = 5:3:1 statt fänden. Wenn nachdem Schema Taf. XXXIII. Fig. 174., welches die söhligen Queerschnitte der Gängein Schneeberg, Freyberg und Annaberg versinnlicht, die ersteren besenartig erscheinen,so stellen sich die zweyten als solche dar, deren Fortsetzung nach der Hauptrichtung