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Entglasung.
Unter der durch das mikroskopische Bild wohl völlig gerechtfertigten Annahme,daß die 2'10 Proc. Kalk den Ueberresten unzersetzt gebliebenen Glases angehören,wo sie dann einen Glasgehalt von 14-4 Proc. repräsentiren würden, berechnet sichdie Zusammensetzung des Krystallgemenges nach Abzug des Glases wie folgt:
Krystallgemenge Albit (lMO oe g 8102)
Kieselsäure.
. 709 . . . .
.... 69-3
Thonerde und Eisenoxyd
. 16-2 . . . .
.... 191
Natron.
. 12-9 . . . .
.... 11-6
100-0
1000
und stimmt mit der daneben gestellten des Albits ^) recht nahe überein.
Da nun aber, nach Kjerulf und Bischofs), aus einer gegebenen Gestein-masse kein Feldspath krystallisirt, dessen Gehalt an Kieselsäure ein höherer, als derdes Muttergesteins, können wir es auch im vorliegenden Falle nicht mit feldspath-artigcn Krystallen von der Sättigung des Albit zu thun haben, sind dann aber zuder Annahme genöthigt, daß unser krystallinischer Rest neben dem basischerenOligoklas (2 Ur»0 2 ^12(>s 9 8102 ) nieder, und zwar dann 10 Proc., krystallisirteKieselsäure enthält.
Aehnliche Resultate ergab die Untersuchung eines saureren Probestückes grob-strahlig krystallinischen Herdglases, dessen Gesammtzusammensetzung:
Kieselsäure.7008
Kalk.11'51
Thonerde (-s- Eisenoxyd) .... 4-55
Natron.13-43
Schwefelsäure. 0'33
100-00
Bei wiederholter partieller Zersetzung desselben wurden Reste gewonnen,deren Zusammensetzung:
I.
II.
Kieselsäure.
. 76-02 . .
. . 80-30
Kalk.
. 6-56 . .
. . 5-27
Thonerde (-s- Eisenoxyd) .
. 5-43 . .
. . 5.32
Natron.
. 1199 . .
. . 9-11
100-00 100-00
Für das Vorhandensein feldspathartiger Krystalle, auch in dieser entglastenMasse, spricht deutlich die sonst unerklärliche relative Steigerung des Alkali-
Eine Ausscheidung von großen, deutlichen Krystallen von Feldspath wurde schon1849 von Prechtl beobachtet. Wiener akadem. Bericht 2, 230.
2) Chemische Geologie 2, 393.