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Fabrikation halbweißen Glases.
schlingenden, Glasfaden umwunden, dann, wie die gewöhnlichen Flaschen mit einemTropfen Wasser von der Pfeife abgesprengt, und so unmittelbar in den Kühlofenabgeliefert. Die Halsöffnung dieser Ballons behält ihre unabgeschmolzencn Ränder,und wird diesen, wenn die Waare vollständig gekühlt, nur die schneidende Kantedurch Abfeilen genommen. Gewöhnlich werden die Schwcfclsäureballons zumSchutze gegen Bruch in einen Weidenkorb gesteckt, oder mit Wcidenruthen um-flochten. Auch dieses Beflcchten wird meist auf der Hütte, und zwar von denBallonbläsern selbst, besorgt.
Welche Dimensionen die Ballonfabrikation in manchen Gegenden angenommen,beweist eine gelegentliche Bemerkung Bontemps, nach der unter andern eineBouteillenfabrik Nordfrankreichs jährlich das ansehnliche Quantum von 200000Schwefelsäureballons producirt, zu deren Beflechtung 90000 geschälte Weidcn-rnthen, die von der betreffenden Hütte auf einem Terrain von 42 Hectareugezogen werden, aufgehen.
Die Fabrikation ordinären halbweißen Hohlglases (Becherglas-fabrikation, AovsIstKrls eoirrmurrs).
Das sogenannte halbweiße Hohlglas kann eigentlich kaum mehr als seibst-ständige Glasgattung betrachtet werden; es nimmt seiner Zusammensetzung, wieseiner Färbung, Lauterkeit^ Ausarbeitung und Verwendung nach, eine Mittelstellungzwischen dem Bouteillen- und Wcißhohlglase ein. Soweit sich das, nach denwenigen Berthier'schen Analysen, beurtheilen läßt, erscheint das ältere, wenig-stens das französische, halbweiße Glas als ein aus reineren Materialien her-gestelltes, daher Eisenoxyd und Thonerde in geringerer Quantität enthaltendesBouteillenglas, während das neuere derartige Product seiner Zusammensetzungnach, dem z. Z. meist verarbeiteten Wcißhohlglase näher steht, und daher, als ausunreinen Materialien hergestelltes Weißhohlglas wird gelten müssen. Einen Einblickin diese Verhältnisse giebt die nachstehende Zusammenstellung analytischer Ergebnisse:
Halbweißcs Hohlglasi
älteres, französisches von neues russisches,
Sauvigny, St. Etienne, Sövres, rheinisches, 1. 2. 3.
nach Berthier^). nach Benrath's Analysen 2).
Kieselsäure
71 60
62-50
62-00
72-07
74-00
73-90
69 99
Manganoxyd
—
—
—
—
0-80
—
065
Eisenoxyd
1'80
3-70
0-70
^ 0-54
s 0-211
0-90
l 0-39
Thonerde
3-00
4-50
2-40
1 0-20j
! 1-11
Kalk
10-00
16-20
15-60
8-96
7-35
5-65
9-90
Magnesia
—
—
2-20
—
—
—
—
Natron
—
—
16-40
18-43
17-44
6-90
17-96
Kali
10-60
10-50
—
—
—
12-95
—
97-00
97 40
99-30
10000
100-00
100-30
100-00
i) -4uu. oliini. 44 (1830), 433. — 2 ) Wagner's Jahresbericht 14 (1868), 372-