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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Die Schmelze.

die Verbrennung der sich aus derselben entwickelnden Gase, mittelst, durch dietheilweise geöffneten Schürlöcher, denselben in reichlichem Maße zugeführter Luft.Das Glas wird bei diesem Wiederaufheizen des Ofens häufig nochmals zu einemgeringen Auswallen gebracht, und wieder blasig, die vereinzelt auftretenden Blasenverlieren sich aber sehr bald wieder, und ist dann die Schmelze als beendet anzu-sehen, das Product „fein" und zur Ausarbeitung fertig.

Etwas abweichend, von der eben geschilderten Art des Gluthmachcns, ist dienamentlich auf den belgischen Tafelglashütten übliche. Dort wird der Rost nichtverschmiert, dem ungehinderten Luftzutritte während der Arbeit, der, dem auszu-arbeitenden Glase schädliche Flugasche in den Schmclzramn auftreiben könnte, aberdadurch eine Schranke gesetzt, daß eine sehr mächtige und dichte, die ganze Schür-grube erfüllende Brennstoffschicht aufgegeben wird. Bei solcher Art des Gluth-machens hält sich der Ofen länger warm, die Schwierigkeit derselben besteht aberdarin, den Brennstoff so gleichmäßig zu schichten und zu vertheilen, daß sich dieunterdrückt fortfunctionirenden Rosten während der Dauer der Arbeit nirgendsfreibrennen können, da, geschähe solches, und würde ein Rühren der Kohlenlageerforderlich, unvermeidlich Staub und Flugasche aufgewirbelt werden würde, und,bis diese sich wieder abgesetzt hätten, eine Unterbrechung der Arbeit eintreten müßte.

Nur bei Verwendung guter Kohle gelingt es, höhere Glassorten, bei in einerder beschriebenen Weisen gemachter Gluth, auszuarbeiten; auf geringeres Brenn-material, Braunkohlen, Torf rc. angewiesene Hütten sind daher genöthigt, bedienensie sich zur Schmelze directcr Feuerung ihrer Oefen, für die Arbeitszeit an Stelleder genannten Brennstoffe, Holz zum Schüren zu benutzen, oder zeitweilig in An-wendung kommende, Gasfeuerung, als Auskunftsmittel zu ergreifen, um einiger-maßen gute Waare produciren zu können.

Sei aber das Brennmaterial selbst das beste, so liegt auf der Hand, daß eingroßer, wenn nicht der größte Theil des Gelingens der Schmelze, bei directerFeuerung des Ofens, in der Hand eines oder weniger Arbeiter liegt, deren, nurdurch langjährige Uebung zu erlangender Fertigkeit, Achtsamkeit und gutem Willensomit der Erfolg des betreffenden Etablissements anvertraut ist, und ist es daherjedenfalls nicht unter die geringsten Vorzüge gut angelegter Gasfeuerungen zurechnen, daß sie den Leiter der Glasfabrik von den Folgen der Gunst oder Miß-gunst der betreffenden Arbeiter wesentlich unabhängiger machen, und ihn in denStand setzen, den Schürer von Profession jederzeit durch einen beliebigen, fleißigenund aufmerksamen Tagelöhner zu ersetzen, da bei Gasheizung der Ofen, wie wirgesehen, mit Leichtigkeit regulirbar ist, und die ganze Schwierigkeit der, in den ver-schiedenen Perioden verschiedenen, richtigen und Uebung erfordernden Behandlungdes Rostes wegfällt.

Von den der Schmelze entstammenden Fehlern im Glase.

Kaum dürfte es, strenge genommen, ein Glas geben, das als absolut fehler-frei bezeichnet zu werden verdiente, und wie selten Gläser, von einigem Volum,in denen, selbst mit unbcwaffnetem Auge, nicht der eine oder der andere Fehler