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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Zusammensetzung des Glases.

1. Gegossenes Spiegelglas,

8102

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L0

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englisches.......

2. Gegossenes Spiegelglas,

78'68

12-54

6-09

2-68

englisches.

3. Gegossenes Spiegelglas von

77-90

1235

1-72

4-85

3-59

Münsterbnsch, älteres . .

78-72

12-92

6-51

1-65

4. Weißhohlglas, französisches

72-00

17-00

6-50

4-50

76-00

16-00

7-00

1-00

6. Dito, bairischer Wald . .

78-39

13-91

7-10

0-60

7. Medicinglas, rheinisches .

72-07

18-43

8-96

054

8. Weißhohlglas, russisches .

9. Fensterglas von Widder bei

74-71

1574

8-77

0-78

St. Petersburg ....

71-27

20-10

8-14

1-98

10. Fensterglas, schlesisches . .

74-72

1501

8-87

1-26

11. Dito, von Zwickau . . .

72-30

1689

8-34

2-42 i)

Wie die Gläser der vorigen Classe, zeigen auch die hier aufgeführten große Ueber-einstimmung in ihrer, von jenen gänzlich verschiedenen, Zusammensetzung. Kommtes aber nun darauf an, eine Normalzusammensctzung aufzufinden, so darf solcheselbstverständlich nicht in der Weise gesucht werden, daß man, wie solches mehrfachgeschehen, den in den beiden Gruppen ausgesprochenen Gegensatz durch Bildungvon Mittelwerthen auszugleichen sucht, solches, oder eine Ableitung von Grenz-werthen für die Zusammensetzung guter Gläser aus den Zahlen beider Gruppenwäre nur dann berechtigt, wenn nnbezweifelbar feststände, daß beide Arten Glasgleich gut. Daß solches aber nicht der Fall, geht bereits aus dem Obenangeführtenzur Evidenz hervor.

Schmelz- und verarbeitbar sind zwar sowohl die kalkreichen als die vorwie-gend Natron als Basis enthaltenden Gläser, die erforderliche Härte läßt sich auchdiesen letzteren geben, nicht aber die in Folge allmäligeren Erstarrens den kalk-reichen Gläsern eigene Bildsamkeit, die größere Elasticität, die sie mechanischenEinflüssen wie plötzlichem Temperaturwechsel gegenüber haltbarer macht, und derhöhere Glanz. Kommt hierzu nun noch die, durch Pslouze's wie meine Ver-suche constatirte, größere Resistcnzfähigkeit der durch die angeführten Eigenschaftensich schon Vortheilhaft auszeichnenden kalkreicheren Gläser gegen chemische Agentien,so fällt die Entscheidung unzweifelhaft zu Gunsten dieser letzteren aus.

Die Tafelglashütten, für die die Widerstandsfähigkeit ihres Produktes gegendie zerstörenden atmosphärischen Einflüsse Lebensfrage, scheinen dann auch, wenig-

Nr. 1 und 2 nach Mayer und Brazier: Dingler's Journ. 144, 276.Nr. 3, 6 bis 9 nach meinen Analysen. Nr. 4 nach Berthier: ^.nn. oüim. xüxs. 44,433. Nr. 5 nach Pöligot: ^nn. ässtlons. 2, 521. Nr. 10 und 11 nachSiegwart:Dingler's Journ. 205, 39.